Griesslisee am Klausenpass

Wanderung zum Gletschersee am Klausenpass

Bis zum August 2017 war uns die Region um den Klausenpass und Urnerboden völlig fremd. Auf der Suche nach neuen Fotomotiven waren wir spontan zum Klausenpass gefahren, der den Kanton Glarus mit dem Kanton Uri verbindet. Ohne Ziel vor Augen schauten wir uns nur die Gegend rechts und links der Strasse an so z.b. das Hotel Klausenpasshöhe, die Passhöhe oder den Bergli Stuber Wasserfall. Nur diese wenigen Eindrücke begeisterten uns mehr zu entdecken. Dabei half uns Google bzw. Google Maps weitere Informationen zu finden. Dabei stiessen wir auf Bilder von Remo Peer uns sein Touren in der Region. Uns beeindruckten besonders die Aufnahmen des Griesslisee die Er gemacht hatte. Somit stand fest, das wir zum Klausenpass zurückkehren mussten, um den Griesslisee mit eigenen Augen zu sehen. Einige Wochen später starteten wir zu unserer erste Tour zum Pass und zum Griesslisee. Und viele weitere sollten folgen.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: seit 2017 mehrmals jährlich
  • Wo: Griesslisee beim Klausenpass Kanton Uri
  • Wie: Auto, zu Fuss
  • Übernachtung: keine
  • Highlights: Gletschersee & Aussicht auf Urnerboden
  • Schwierigkeit: leicht
  • Route: Klausenpass Höhe – Griesslisee – Klausenpass Höhe
  • Kilometer: ca. 5,5 km Hin und zurück
  • Höhendifferenz: 250 Meter
  • Zeit: 2 Stunden reine Laufzeit Hin und Rückweg

Klausenpass gestern & heute:

Der Klausenpass ist ein rund 46 Kilometer langer Pass der das Urner Schächental mit dem hinteren Linthal im Kanton Glarus verbindet. Bereits in der Frühzeit gab es einen Weg am heutigen Klausenpass. 1900 wurde die erste Befahrbare Strasse am Klausenpass fertiggestellt. Anfangs fuhren nur Postkutschen auf dem Pass, in den Zwanzigerjahren war das Zeitalter der Kutschen endgültig vorbei und Autos eroberten die Passstrasse. Auf der Passhöhe (1948 m.ü.M) findet sich die kleine Kapelle Bruder-Klaus sowie eine Kiosk und ein Restaurant. Etwas weiter westlich der Passhöhe liegt das Hotel Klausenpasshöhe.
Berühmtheit über die Landesgrenzen hinweg erwarb der Klausenpass mit dem legendären Klausenrennen das von 1922 bis 1934 durchgeführt wurde. 1993 fand das erste Klausenrennen Memorial statt in unregelmässigen Abständen wurden immer wieder in den Jahren danach Rennen durchgeführt.

Urnerboden
Hotel Klausenpasshöhe
Klausenpass Kapelle
Klausenpass Kapelle

Urnerboden Geschichte und Sagen:

Der Urnerboden ist ein 8 km langes Hochtal das auf rund 1320 Metern Höhe am Klausenpass liegt. Lange Zeit gab es zwischen den Glarnern und Urnern Streitigkeiten über die Zugehörigkeit des Urnerbodens. 1315 wurde die Grenzziehung Vertraglich festgelegt. Heute gehört der Urnerboden zur Gemeinde Spiringen und ist die grösste Alp der Schweiz rund 1200 Kühe und 250. Einer Sage nach verlief die Grenzziehung allerdings spektakulärer, und zwar einigten sich die beiden Parteien auf eine Entscheidungsfindung zur Tagundnachtgleiche sollte am frühen Morgen, sobald der Hahn krähte von je einer Partei ein Läufer ausgesandt werden in Richtung des Klausenpasses. Da, wo die beiden zusammentreffen, sollte die Grenze gezogen werden. Die Urner gaben ihrem Hahn nur wenig zu fressen und auch seine Hühner dürfte er nicht sehen. Im Gegensatz mästeten die Glarner ihren Hahn und hofften so auf den Sieg. Am Morgen der Tagundnachtgleiche krähte der Urner Hahn in Altdorf als Erstes und so lief der Urner Läufer als Erstes los. Der Glarner Hahn krähte erst zur Mittagszeit und so musste sich der Läufer mit einem beträchtlichen Rückstand aufmachen. Beide gaben ihre bestes doch der Vorsprung des Urner war riesig unterhalb des Urnerbodens trafen sie aufeinander. «Hier ist die Grenze», rief der Urner. Der Glarner liess den Kopf hängen und flehte «Nachbar, sei gerecht und gib mir noch ein Stück vom Weidland, das du errungen hast» Erst wollte der Urner nicht liess sich aber dann doch vom Glarner erbarmen «Ich lasse dir so viel Land, wie du mich bergauf tragen kannst.» Der Glarner willigte ein und trug den Urner keuchend den steilen Berghang hoch. Schon glaubte er die Jägerstöcke zu sehen, als er tot zusammenbrach. Heute noch sieht man das Grenzbächlein, an das der tapfere Glarner den Urner Läufer noch zu tragen vermochte. Heute ist der Urnerboden und der Klausenpass besonders bei Motorradfahrern und Sportwagenliebhaber ein beliebtes Ziel für Ausflüge und auch Radfahrer kommen auf ihre Kosten beim Befahren der unzähligen Serpentinen. Bei den Bauern kann man frische Produkte erwerben wie Käse, Eier, Milch und Brot. Auf dem Urnerboden gibt es seit 2002 die kleine Seilbahn hoch zum Fisetenpass, der Startpunkt vieler schöner Wanderungen ist. Hier haben wir/ich im Sommer 2018 die Wanderung vom Fisetengrat zum Chamerstock gemacht, die einen am Aussichtspunkt Chamerstock das Linthal förmlich zu Füssen legt.

Klausenpass Urnerboden
Urnerboden
Urnerboden
Panorama Urnerboden

Wanderung zum Gletscherseeli:

Für unsere Wanderung zum Gletschersee ist die Chlausenchappli an der Klausenpasshöhe der Ausgangspunkt. 2019 wurde eine Bewilligung erteilt für einen Wegweiser, der nun die Richtung zum See anzeigt. An Wochenende kann es auf der Passstrasse hochhergehen wenn viele Auto- und Motorradfahrer unterwegs sind. Hier sollten alle aufeinander Acht geben und sich mit Respekt begegnen, um Unfälle zu vermeiden. Ein anderer Startpunkt zum Gletschersee, der sich gut anbietet, ist der Fisetengrat den man mit der Seilbahn vom Urnerboden erreichen kann.

Schild am Klausenpass
Klausenpasshöhe
Wegweiser Klausenpass
Wanderweg Klausenpass
Wanderweg Klausenpass

Für die Wanderung zum See braucht man ca. 45 Minuten je, nachdem wie sehr man sich von dem Anblick der Berge und Umgebung fesseln lässt. Die Steigung ist sehr moderat und bis zum See selber kommt man gut voran. Aufpassen muss man nach Regenfällen, da dann der Boden sehr rutschig sein kann. Auch verlaufen kann man sich nicht da man nur dem Weg folgen muss und am einzigen Wegweiser ist klar erkennbar, wohin es geht.

Wegweiser Gletschersee Klausenpass
Schuttfeld Griesslisee

Auf halbem Weg liegt ein grosser Findling, der als Gedenkstein dient für Tourengänger oder auch Bauern, die am Clariden verunglückt sind im Laufe der Jahrzehnte.

Gedenkstein Klausenpass
Wanderweg zum Gletschersee Klausenpass
Wanderweg zum Griesslisee

Griesslisee Highlight am Klausenpass:

Beim See selber ist es teils  mühsam da der Weg über Geröll und Schutt geht. Hier ist grosse Vorsicht angebracht, besonders am Anfang, wenn man über die Kuppe kommt versuchen immer wieder Leute runter zum See zu kommen. Das Problem ist aber, das man nur wenig sieht, was vor einem ist, da der Hang sehr steil ist, schnell rutscht man weg oder bricht ein, da hier der Gletscher unter einem liegt und es immer wieder Hohlräume hat, die man nur von unten sieht.

Blick auf den Griesslisee
Gletschersee Klausenpass
Fätschbach am Gletschersee Klausenpass

Wer zum See runter will, sollte den offiziellen Weg Richtung Fisetenpass weiter laufen bis man hinter dem letzten Hügel angelangt ist hier verläuft ein kleiner Pfad zum See, der teils durch Steinmänner markiert ist. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht. Die Überquerung des Fätschbach ist bei wenig Wasser ohne Probleme möglich, wenn er aber viel Wasser führt, geht es fast nur mit nassen Füssen.

Gletscherstreifen
Gletscherstreifen

Namenlose Gletscher:

Wer es bis zum See geschafft hat, sollte einen der vielen grossen Steine nutzen, um sich zu setzen und das Panorama zu geniessen. Den Gletscher selber erkennt man erst am See, da die Eiszunge völlig mit Steinen und Schutt bedeckt ist. Der Kargletscher oder Firn der den See speist und am Leben erhält gehörte ursprünglich zum grössten Gletscher des Glarnerlands dem Claridengletscher, trennte sich aber von diesen im Laufe der Zeit wegen des Gletscherschwunds. Auf Karten ist der Gletscher zwar eingezeichnet, trägt aber heute keinen Namen mehr. Durch seine Lage in einer Nordwand ist er vor der Sonne grösstenteils geschützt und auch der viele Schutt und Geröll tun ihr Übriges. Genährt wird der Gletscher von Lawinen die im Winter aus der Nordwand abgehen. Trotz des Schutzes schmilzt der Gletscher kontinuierlich jedes Jahr weiter und zieht sich mehr und mehr in Richtung Nordwand zurück.

Griesslisee Klausenpass
Griesslisee und Gletscher

Man sollte es sich nicht nehmen lassen einen Teil des Sees zu umrunden, denn dabei hat man eine unvergleichliche Sicht auf den Gletscher und seine sehr spezielle Struktur. Am Ende des Sees muss man wieder aufpassen, da unter dem Geröll das Eis selber liegt, man nicht weiss wie stabil die Sache ist. Auch lösen sich immer wieder kleine und grosse Steine aus den Bereichen oberhalb des Gletschers.

Griesslisee mit Claridengletscher
Steinmann am Gletschersee

Bei unseren Besuchen trafen wir immer wieder auf Camper, die am See ihr Zelt aufgeschlagen hatten und die Nacht hier verbrachten. Im Laufe der Jahre ist der See auch immer wieder beliebtes Ausflugsziel für Fotokurse und Fotografen die zum Beispiel hier Astroaufnahmen machen.

Grauertag am Griesslisee
Eisabruch Griesslisee

Griesslisee oder Claridensee:

Der Gletschersee am Klausenpass wird in Beiträgen und Artikeln mal als Claridensee mal als Griesslisee bezeichnet. In Karten wie Google Maps, OpenStreetMap oder bei Komoot heisst es Griesslisee, in anderen Karten hat der See überhaupt keinen Namen. Der Name Claridensee kann daher kommen das die Region zwischen Klausenpass Höhe und dem See, Claridenbödemli heisst. Dagegen würde allerdings sprechen, dass der Gletscher, der den See speist, nicht mehr zum eigentlichen Claridengletscher gehört. Der Name Griesslisee könnte seine Ursprung daher haben das der Talkessel, in dem der See liegt als „Im Griessli“ bezeichnet wird. In den Topografischen Karten der Schweiz hat der See selber keinen Namen.

Der Griesslisee gehört trotz seiner Lage zu den Polarseen. Und hat eine durchschnittliche Tiefe von rund 15 Metern.

Gletschersee Juli 2018:

Im Juli 2018 statteten wir dem Griesslisee wieder einen Besuch ab. Wir wollten den See und die nähere Umgegend mit mehr Zeit im Gepäck erkunden und weitere Fotos aus anderen Perspektiven machen. Da wir bei unserem ersten Besuch recht spät am See waren, wollten wir nun besseres Licht nutzen um zu fotografieren.

Panoramaaufnahme des Griesslisees

Am Anfang unserer kleinen Wanderung mussten wir erst einmal dem Regen trotzen, der über dem Klausenpass hing. Dadurch war der Weg zum Griesslisee sehr rutschig und man musste aufpassen nicht Bekanntschaft mit dem Boden zu machen. Am See selber hatte es diesmal zwei Gruppen von Campern die hier die Nacht verbrachten. Ansonsten war noch eine Familie dort und sonst niemand. Auch während der Stunden unseres Besuches kamen nur sporadisch Wanderer am Weg vorbei, die dann weiter Richtung Fisetenpass liefen. Unten am See waren wir die gesamte Zeit über allein unterwegs.

Griesslisee am Klausenpass Gletscher
Schutt auf dem Gletscher

Zum Fotografieren hatten wir dieses Mal auch etwas mehr Glück, da wir zeitig genug vor Ort waren um nicht Gegenlicht zu haben, leider hatten wir die erste Zeit noch mit Regen zu kämpfen, aber wie das Wetter in den Bergen so ist, innerhalb kurzer Zeit hatten wir wieder blauen Himmel und Sonnenschein. Auch im Sommer 2018 ist der Griesslisee immer noch ein „Geheimtipp“ am Klausenpass. An der Passhöhe gehen kaum Menschen den Weg Richtung See. Seit 2019 gibt es auch einen Wegweiser am Klausenpass zum Gletscherseeli.

Griesslisee am Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

Gletschersee Juli 2019:

Wir haben Mitte Juli den Gletschersee am Klausenpass wieder einen Besuch abgestattet. Aufgrund des vielen Schnees im letzten Winter war der Weg zum See lange nicht begehbar. Dazu kam das Mitte Juni die Nachricht durch die Medien (Beitrag in der Südostschweiz Online) ging, dass der Abfluss des Sees durch hohe Schneemassen verstopft war, somit konnten grosse Mengen an Tauwasser nicht abfliessen und der Seespiegel stieg Tag für Tag an. Erst am 17. Juni konnte sich das Schmelzwasser einen Weg durch den Schnee bahnen, der Fätschbach der den Griesslisee entwässert schwoll stark an und riesige Wassermengen stürzten die rund 200 Meter Hohe Felswand Chlus herab. Alle Personen in der Gefahrenzone wurden sicherheitshalber informiert und Wanderwege wurden gesperrt.

Griesslisee am Klausenpass
Gletschersee am Klausenpass

Einen Monat später ist von diesem Ereignis so gut wie nichts mehr zu sehen, am See einzig das Flussbett des Fätschbach ist sichtlich ausgewaschen. Auch hat es auf dem Weg zum See noch einige Schneefelder, die man überqueren muss, was aber gefahrlos möglich ist.

Schaf auf dem Weg zum Gletschersee
Spuren im Gletscher
Spuren im Gletscher
Gletscherwand
Glaskugel Aufnahme am Griesslisee
Gletschersee am Klausenpass

Gletschersee September 2019:

Mitte September 2019 haben wir an einer Exkursion der Naturforschende Gesellschaft des Kantons Glarus (NGG) zum Gletschersee am Klausenpass teilgenommen. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Wilfried Haeberli startet die Wanderung an der Klausenpasshöhe und führte uns zum Griesslisee unterhalb der Claridennordwand. Auf dem Weg zum Gletschersee vermittelte Prof. Haeberli an vier Stationen Hintergrundinformationen zum Thema Gletscher- und Klimaforschung in den Alpen und Weltweit.

Die Tour war für uns sehr Informativ und Aufschlussreich und ging besonders auf die Entstehung und die Zukünftige Entwicklung des Griesslisees ein. Mehr dazu folgt später.

Exkursion NGG Griesslisee
Exkursion der NGG
Griesslisee Panorama

Gletschersee Mai 2020:

2020 haben wir uns bereits Ende Mai zum Gletscherseeli aufgemacht. Obwohl es bereits längere Zeit recht Hoche Temperaturen hatte, gab es noch viele Schneefelder auf dem Weg zum See. Mit guten Schuhen und Wanderstöcken war das Begehen der Schneefelder kein Problem. Der See hatte sich im Vergleich zu unserem letzten Besuch extrem verändern. Die Fläche ist sicherlich um rund 20–30 % geschrumpft und grosse Teile der Seeoberfläche waren noch mit Eis und Schnee bedeckt. Das gleiche Bild auch an der Abbruchkante des Gletschers hier fehlten besonders im hinteren Teil grosse Stücke. Trotz des trüben Wetters waren sehr viele Leute am See unterwegs, darunter viele „Fotografen“.

Eis im Gletschersee
Gletschersee 2020
Eis und Stein Gletscher
Gletschersee mit Schnee

Gletschersee Juni 2020:

Im Juni sind wir wieder am Griesslisee unterwegs, ein Grossteil des Schnees der noch zwei Wochen zuvor die Szenerie bestimmt hat, ist zumeist weggeschmolzen trotzdem hat es hier und da noch ziemlich gross Altschneefelder. Der Wasserstand ist weiterhin sehr niedrig und so kann man sehr nah an die Gletscherfront gehen, die durch Eisabbrüche gezeichnet ist. Teile des See sind am frühen Morgen noch gefroren, was nicht immer auf Anhieb erkennbar ist.

Gletscherseeli Griesslisee
Gletscherseeli
Gletscherseeli Griesslisee
Gletscherseeli Griesslisee
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

Wir wandern entlang des Ufers und sind wieder einmal wie gefesselt vom Anblick, den uns der Gletschersee bietet. Auf der Anhöhe ungefähr in der Mitte des Sees machen wir eine Rast und versuchen uns an der Glaskugel Fotografie.

Gletscherseeli Griesslisee
Urnerboden
Glaskugel Griesslisee

Dabei werden wir Zeuge eines ganz speziellen Ereignis. Auf einer Landzunge, die durch das niedrige Wasser entstanden ist, landet ein Super Puma Helikopter der Schweizer Armee. Vermutlich befand er sich auf einem Trainingsflug und nutzten den Stopp für einen Check.

Super Puma
Super Puma

Das südlichen Ufer wird noch immer vom Schnee dominiert auch hier sind neue Landzungen entstanden, die wir vorsichtig erkunden. Grosse Stücke der Gletscherfront sind abgebrochen und sind in den See gestürzt. Wir besteigen den Moränenwall und bewegen uns langsam an dessen Krone entlang. Doch man sollte hier nicht zu Risikofreudig sein da man nie weiss was unter dem Schutt liegt. Von hier machen wir uns langsam auf den Weg zurück zum Klausenpass.

Gletschersee mit Schnee
Gletscherfront
Gletscherfront
Wandermarkierung Griesslise
Gletschersee Griesslisee

Gletschersee September 2020:

Mitte September haben wir uns wieder zum Gletschersee aufgemacht um zu sehen, welche Veränderungen der Sommer gebracht hatte. Das Erste, was ins Auge fällt, ist das die Wege zum See neue Markierungen bekommen haben und das am Abfluss des See eine Brücke installiert wurde. Eine weitere grosse Veränderung ist die Grösse des Sees bei unserem letzten Besuch rund drei Monate zuvor gab es grössere Halbinseln im See und auch im nördlichen Teil konnte man ohne Mühe auf Breitem Weg bis zur Gletscherfront laufen heute hat sich der See wieder so weit ausgedehnt das von all, dem nichts mehr zu sehen ist. Der Gletscher selber hat ebenfalls einige Veränderungen erfahren, so sind an der Gletscherfront grössere Stücke abgebrochen und es haben sich kleinere Hohlräume gebildet.

Gletscherfront
Gletscherspalten
Gletscherspalten
Gletscherfront Griesslisee
Panorama Gletschersee

Respektloser Umgang:

Leider muss man immer wieder entdecken, wie Respektlos mit der Natur umgegangen wird, nicht selten liegt unachtsam weggeworfener Müll von Wanderern am See. Oder Camper haben ihren Unrat einfach liegengelassen. Jeder der zu diesem fantastischen Ort kommt, möchte das Naturerlebnis geniessen und sollte es mit Respekt behandeln. Wer Müll macht, soll ihn auch wieder mitnehmen.

Unterwegs am Klausenpass:

Der Klausenpass hat noch mehr zu bieten als nur den Gletschersee. In Östlicher Richtung wäre der Claridenhöhenweg eine Variante der vom Klausenpass über die Gemsfairenhütte bis zum Fisetenpass führt. Westlich des Klausenpass kann man zum Beispiel in Richtung Chammli wandern und weiter ins Schächental, zwei kleine Bergbahnen bei Äsch und Unterschächen helfen beim Abstieg/Aufstieg. Sehr interessant aus geologischer Sicht sind Gesteinsformationen südlich der Gebäude am Chammli, hier haben Gletscher im Laufe der Zeit deutliche Spuren im Gestein hinterlassen und das sehr grossflächig.

Letztes Bild vor dem Panorama stammt von Pamela H.

Schneefelder Klausenpass
Schächentaler Windgällen
Schneefelder Wanderweg
Schächental
Murmeltier
Gletscherspuren
Panorama Schächental

Gämsfairenjoch:

Auf dem Weg zum Gämsfairenjoch kann man den Gletschersee und seine Umgebung sehr schön überschauen. Allerdings muss man dazu erst einmal einiges an Höhenmeter überwinden.

Gemsfairenjoch

Bergli-Stuber Wasserfall am Klausenpass:

Unabhängig davon, ob man nun zum Gletschersee wandert oder nur zur Passhöhe fährt sollte man auf Glarnerseite einen Zwischenstopp am Bergli-Stuber Wasserfall machen. Nur rund fünf Minuten vom Parkplatz des ehemaligen Gasthaus Bergli entfernt liegt der herrliche Wasserfall, der laut Schweizer Tourismus bereits seit 1897 mit zu den schönsten Schweizer Wasserfällen zählt. Und wer selber einmal vor Ort war, wird diese Behauptung sicherlich unterstützen. Der Berglistüber Wasserfall hat eine Fallhöhe von 44 Metern und ist einer von drei Wasserfällen des Fätschbach, der sich vom Urnerboden ins Linthtal stürzt. Wir waren bereits mehrmals vor Ort und können nur empfehlen am Vormittag zu kommen, da dann das Licht den Wasserfall perfekt in Szene setzt, um Bilder zu machen. Auf Island gibt es den berühmten Seljalandsfoss Wasserfall, der ein sogenannter Fensterwasserfall ist und auch der Berglistüber Wasserfall besitzt diese Besonderheit. Der Blick aus der Grotte auf den Wasservorhang ist wunderschön, mit etwas Glück kann man vor sich einen Regenbogen beobachten. Es ist aber auch Vorsicht geboten, da der Weg zum Wasserfall und am Wasserfall nach Regenfällen sehr rutschig sein kann.

Bergli Stuber Wasserfall Klausenpass Glarnerland
Bergli Stuber Wasserfall
Bergli Stuber Wasserfall Klausenpass Glarnerland
Bergli Stuber Wasserfall

Mehr Informationen:

Hotel Klausenpasshöhe – Seite des Hotels Klausenpasshöhe
Urnerboden – Verkehrsverein Urnerboden
Uri Tourismus – Webseite des Tourismusverband Kanton Uri

Fazit:

Der Klausenpass ist ein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel, das mit vielen schönen Höhepunkten aufwarten kann. Das ganze fängt bereits bei der Anreise zum Klausenpass an. Die Passstrasse mit all ihren Serpentinen und dem tolle Bergpanorama links und rechts. Aber das eigentliche Highlight ist und bleibt der Gletschersee. Es ist ein fantastischer Anblick, wenn der See das erste Mal vor einem auftaucht. Die Wanderung ist selbst für ungeübte gut zu schaffen. Man sollte früh am morgen zur Tour starten, damit man perfektes Licht am See vorfindet. Der See lässt sich auch seht gut mit der Wanderung auf dem Claridenhöhenweg kombinieren, die unterhalb des Sees vorbeiführt. Eine bitte an alle Wanderer und Besucher all ihren Müll wieder mitzunehmen!!!

Sucht ihr noch weitere Wanderungen? Wie wäre es mit einer Tour zum Oberblegisee im Glarnerland oder zum Furggelenstock am Vierwaldstättersee. Wer mehr auf eine Stadttour steht, sollte sich die Stadt Laufenburg, anschauen die zu je einem Teil in der Schweiz wie auch in Deutschland liegt und nur durch den Rhein getrennt ist.
Habt auch ihr den Griesslisee besucht oder kennt andere schöne Ausflugsziele oder Wandertouren schreibt uns doch einen Kommentar dazu. Mehr Bilder unserer Reisen und Wanderungen findet ihr auf Instagram, Pinterest oder auf Facebook

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13 Kommentare.

  • Isabella Hauser
    12/07/2018 09:50

    Sehr schöne bilder danke

  • Sehr guter Kommentar und schöne Fotos.
    Kompliment!

  • Schillig Thomas
    06/10/2018 18:51

    Kleine Korrektur: Die Seilbahn auf den Fisetengrat startet auf dem Urnerboden und nicht in Spiringen. Der Urnerboden gehört zur Gemeinde Spiringen.

  • Sehr interessant und sehr eindrücklich!

    • Hallo Irina
      Der Gletschersee ist wirklich ein eindrückliches Ziel. Ich hoffe ihr habt dem See eventuell schon einen Besuch abgestattet.

  • Sehr schöne Bilder und ein wirklich detailierter Bericht. Ich freue mich schon auf meinen Ausflug dorthin.
    Sehr schade, dass einige so rücksichtslos mit der Natur umgehen.

    • Hallo Klaus
      Danke für dein Lob wir versuchen uns viel Mühe zu geben mit unseren Beiträgen und dein Zuspruch motiviert uns dabei. Hoffe, du hast bei deinem Ausflug so viel Spass wie wir.
      Gruss Dokmai & Daniel

  • Ewald Seiler
    27/07/2019 09:50

    Eine sehr schöne Gegend, vorallem für Fotografen… leider fehlt in den Bescheibungen etwas von den eindrucksvollen „goldenen“ Steinen…?
    und der „Mühl“ sollte eigentlich „Müll“ heissen… aber ansonsten eine gute Beschreibung und tolle Fotos – Bravo…!

    • Besten Dank für dein Feedback werde die Fehler korrigieren. Das mit den Goldenen Steinen müsstest du mir näher erläutern!!
      Gruss Daniel und Dokmai

  • Ein informative Website, klasse gemacht.
    Aus meiner Sicht ist der Griesslisee einer der schöste Orte der Schweiz. Ein traumhafter Anblick, welcher eine Mischung aus Kanada und Antarktis darstellt und doch so sinnbildlich für unser schönes Land steht.
    –> Ich ware heute dort und konnte problemlos vor der Abbruchkante durchlaufen (bis ca. in die Mitte der Abbruchkante) und sogar in das Gletschertor hineingehen (sehr eindrücklich!), da der Griesslisee so wenig Wasser hatte. Auf Google konnte ich aber kein einziges Bild finden, bei welchem man ein zugängliches Gletschertor sieht.
    Weshalb hatte der Griesslisee wohl so wenig Wasser?

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