Griesslisee am Klausenpass

Wanderung zum Gletschersee am Klausenpass

Bis zum August 2017 war uns die Region um den Klausenpass und Urnerboden völlig fremd. Auf der Suche nach neuen Ausflugszielen und Fotomotiven waren wir spontan zum Klausenpass gefahren, der den Kanton Glarus mit dem Kanton Uri verbindet. Ohne konkretes Ziel vor Augen schauten wir uns nur die Gegend rechts und links der Passstrasse an wie z.b. das Hotel Klausenpasshöhe, die Passhöhe selber oder den Berglistüber Wasserfall. Diese wenigen Eindrücke genügten, um uns neugierig zu machen, auf mehr. Durch beeindruckende Bilder von Remo Peer stiessen wir auf den Griesslisee nicht weit vom Pass entfernt. Einige Wochen später dann startete unsere erste Tour zum Gletschersee am Klausenpass und unzählige weitere sollten folgen.

Klausenpass gestern & heute

Der Klausenpass ist ein rund 46 Kilometer langer Pass, der das Urner Schächental mit dem hinteren Linthal im Kanton Glarus verbindet. Bereits in der Frühzeit gab es einen Weg am heutigen Klausenpass. 1900 wurde die erste Befahrbare Strasse am Klausenpass fertiggestellt. Anfangs fuhren nur Postkutschen auf dem Pass, in den Zwanzigerjahren war das Zeitalter der Kutschen endgültig vorbei und Autos eroberten die Passstrasse. Auf der Passhöhe (1948 m.ü.M) findet sich die kleine Kapelle Bruder-Klaus sowie eine Kiosk und ein Restaurant. Etwas weiter westlich der Passhöhe liegt das Hotel Klausenpasshöhe, das Gebäude aus dem Jahr 1903 wurde 2019 geschlossen, nach zweijähriger Bauzeit konnte im Sommer 2021 das neue Hotel Klausenpass eröffnet werden.
Berühmtheit über die Landesgrenzen hinweg erwarb der Klausenpass mit dem legendären Klausenrennen, das von 1922 bis 1934 durchgeführt wurde. Heute zeugt noch das alte Zielhaus aus dieser Epoche, es wurde 1932 nach Plänen des Architekten L. Boedecker erstellt und diente in den Jahren 1932 und 1934 als Unterstand für die Zeitmessung sowie Funktionäre. 1993 fand das erste Klausenrennen Memorial statt, in unregelmässigen Abständen wurden immer wieder in den Jahren danach Rennen durchgeführt.

Urnerboden
Hotel Klausenpasshöhe
Klausenpass Kapelle
Klausenpass Kapelle

Urnerboden Geschichte und Sagen

Der Urnerboden ist ein 8 km langes Hochtal, das auf rund 1320 Metern Höhe am Klausenpass liegt. Lange Zeit gab es zwischen den Glarnern und Urnern Streitigkeiten über die Zugehörigkeit des Urnerbodens. 1315 wurde die Grenzziehung Vertraglich festgelegt. Heute gehört der Urnerboden zur Gemeinde Spiringen und ist die grösste Alp der Schweiz rund 1200 Kühe und 250. Einer Sage nach verlief die Grenzziehung allerdings spektakulärer, und zwar einigten sich die beiden Parteien auf eine Entscheidungsfindung zur Tagundnachtgleiche sollte am frühen Morgen, sobald der Hahn krähte von je einer Partei ein Läufer ausgesandt werden in Richtung des Klausenpasses. Da, wo die beiden zusammentreffen, sollte die Grenze gezogen werden. Die Urner gaben ihrem Hahn nur wenig zu fressen und auch seine Hühner dürfte er nicht sehen. Im Gegensatz mästeten die Glarner ihren Hahn und hofften so auf den Sieg. Am Morgen der Tagundnachtgleiche krähte der Urner Hahn in Altdorf als Erstes und so lief der Urner Läufer als Erstes los. Der Glarner Hahn krähte erst zur Mittagszeit und so musste sich der Läufer mit einem beträchtlichen Rückstand aufmachen. Beide gaben ihre bestes doch der Vorsprung des Urner war riesig unterhalb des Urnerbodens trafen sie aufeinander. «Hier ist die Grenze», rief der Urner. Der Glarner liess den Kopf hängen und flehte «Nachbar, sei gerecht und gib mir noch ein Stück vom Weidland, das du errungen hast» Erst wollte der Urner nicht liess sich aber dann doch vom Glarner erbarmen «Ich lasse dir so viel Land, wie du mich bergauf tragen kannst.» Der Glarner willigte ein und trug den Urner keuchend den steilen Berghang hoch. Schon glaubte er die Jägerstöcke zu sehen, als er tot zusammenbrach. Heute noch sieht man das Grenzbächlein, an das der tapfere Glarner den Urner Läufer noch zu tragen vermochte. Heute ist der Urnerboden und der Klausenpass besonders bei Motorradfahrern und Sportwagenliebhaber ein beliebtes Ziel für Ausflüge und auch Radfahrer kommen auf ihre Kosten beim Befahren der unzähligen Serpentinen. Bei den Bauern kann man frische Produkte erwerben wie Käse, Eier, Milch und Brot. Auf dem Urnerboden gibt es seit 2002 die kleine Seilbahn hoch zum Fisetenpass, der Startpunkt vieler schöner Wanderungen ist. Hier haben wir/ich im Sommer 2018 die Wanderung vom Fisetengrat zum Chamerstock gemacht, die einen am Aussichtspunkt Chamerstock das Linthal förmlich zu Füssen legt.

Klausenpass Urnerboden
Urnerboden
Urnerboden
Panorama Urnerboden

Wanderrouten zum Gletschersee

Der beste Ausgangspunkt für eine Wanderung zum Gletschersee ist die Klausenpasshöhe. 2019 wurde eine Bewilligung erteilt für einen Wegweiser, der nun die Richtung zum See anzeigt. An Wochenende kann es auf der Passstrasse hoch hergehen, wenn viele Auto- und Motorradfahrer unterwegs sind. Eine Alternative zur Passhöhe als Ausgangspunkt ist der Fisetengrat, den man mit der Seilbahn vom Urnerboden erreichen kann.

Schild am Klausenpass
Klausenpasshöhe
Wegweiser Klausenpass
Wanderweg Klausenpass
Wanderweg Klausenpass

Für die Wanderung zum See braucht man ca. 45 Minuten je, nachdem wie sehr man sich von dem Anblick der Berge und Umgebung fesseln lässt. Das steilste Stück ist der Anfang, wo 110 Höhenmeter überwunden werden müssen. Diese Passage kann man seit dem Herbst 2021 auch über den neuen Zufahrtsweg erklimmen. Danach verläuft der Wanderweg in moderater Steigung bis zum Moränenwall. Aufpassen muss man nach Regenfällen, da dann der Boden sehr rutschig sein kann.

Wegweiser Gletschersee Klausenpass
Schuttfeld Griesslisee

Verlaufen ist im Grunde unmöglich da es ansonsten keine weiteren Wege gibt und durch die neuen Markierungen ist der Weg stets klar erkennbar. Auf halber Strecke kommt man an  mehreren grosse Findlingen vorbei, einer davon dient als Gedenkstein für Tourengänger und Bauern, die am Clariden verunglückt sind im Laufe der Jahrzehnte.

Gedenkstein Klausenpass
Wanderweg zum Gletschersee Klausenpass
Wanderweg zum Griesslisee

Griesslisee Highlight am Klausenpass

Am See selber wurde im Sommer 2021 der Wanderweg ausgebaut und ein Teil neu angelegt, dieser führt weiterhin oberhalb des Sees entlang zweigt aber am Ende ab und geht zum See runter, er führt nun über die Brücke und geht weiter in Richtung Fisetenpass. Vorsicht ist angebracht, wenn man abseits des Weges zum See hinunter möchte. Das Problem ist, das man nicht sieht, was vor oder auch unter dem Geröll ist im Laufe der Jahre haben wir schon den ein oder anderen Wanderer gesehen der abgerutscht und gestürzt ist. Und man sollte nicht vergessen unter all den Steinen liegt auch noch ein Teil des Gletschers mit Hohlräumen und Spalten.

Blick auf den Griesslisee
Gletschersee Klausenpass
Fätschbach am Gletschersee Klausenpass

Wer zum See runter möchte, sollte unbedingt den offiziellen Weg nutzen dieser führt auf dem Firnband entlang und steigt zum Fätschbach hin ab. Die Überquerung des Fätschbach ist durch die neue Brücke problemlos möglich. Wagemutige können auch zu Fuss durchlaufen. Auf dem Pfad zur Brücke passiert man zwei riesige Findlinge auf denen Markierungen zu sehen sind über Schnee und Wasserstände.

Gletscherstreifen
Gletscherstreifen

Namenlose Gletscher

Hat man es bis zum See geschafft, sollte einen der vielen grossen Steine nutzen, um sich zu setzen und das Panorama zu geniessen. Den Gletscher selber erkennt man in seiner gesamten Ausdehnung erst am See, da die Eiszunge völlig mit Steinen und Schutt bedeckt ist. Auf Karten ist der Gletscher zwar eingezeichnet, trägt aber keinen Namen. Der Kargletscher oder Firn der den See speist und am Leben erhält gehörte bis Mitte des 19. Jahrhunderts zum grössten Gletscher des Glarnerlands dem Claridengletscher, trennte sich aber aufgrund des Gletscherschwunds von diesen im Laufe der Zeit. Den heutigen See gibt es seit 1985. 2003 nahm die Grösse des Sees beträchtlich zu, seither zieht sich die Gletscherfront Jahr für Jahr einige Meter zurück. Durch seine Lage in einer Nordwand ist der eigentliche Gletscher vor der Sonne grösstenteils geschützt und auch der viele Schutt und Geröll tun ihr Übriges. Genährt wird der Gletscher von Lawinen, die im Winter aus der Nordwand abgehen. Trotz des Schutzes und der Lage verliert er kontinuierlich an Masse, in wenigen Jahren wird vermutlich nur noch ein kläglicher Rest irgendwo im Schatten übrig bleiben.

Griesslisee Klausenpass
Griesslisee und Gletscher

Man sollte es sich nicht nehmen lassen einen Teil des Sees zu umrunden, hierbei kann man unvergleichliche Blicke auf den Gletscher und seine sehr spezielle Struktur werfen. Hierbei ist aber Vorsicht geboten je näher man der Gletscherfront kommt, unter dem Geröll verborgen gibt es Löcher und Spalten dazu kommt die Gefahr von Steinschlag aus Richtung der Nordwand der Gletscherfront, was nicht selten vorkommt. Folglich sollte man bei aller Schönheit ein Auge auf diese Gefahren haben.

Griesslisee mit Claridengletscher
Steinmann am Gletschersee

Bei unseren Besuchen trafen wir immer wieder auf Camper, die die Nacht am See verbrachten. Im Laufe der Jahre ist der Gletschersee zu einem beliebten Ausflugsziel für Wanderer, Fotografen und Fotogruppen geworden. Durch die steigende Aufmerksamkeit sind auch die ein oder anderen Blogger/innen aus dem In- und Ausland vor Ort gewesen und haben ihre Eindrücke dazu verfasst.

Grauertag am Griesslisee
Eisabruch Griesslisee

Griesslisee oder Claridensee

Der Gletschersee am Klausenpass wird in Beiträgen und Artikeln als Claridensee oder Griesslisee bezeichnet. In Karten von Google Maps, OpenStreetMap oder bei Komoot heisst es Griesslisee, in anderen Karten hat der See überhaupt keinen Namen. Der Name Claridensee könnte zum einen daher stammen, dass der Gletscher ursprünglich Teil des Claridengletscher war und zum Zweiten heisst die Region zwischen Klausenpass Höhe und dem See, Claridenbödemli. Dagegen würde allerdings sprechen, dass der Gletscher, der den See speist, nicht mehr zum eigentlichen Claridengletscher gehört. Der Name Griesslisee könnte seine Ursprung aus dem Namen des Talkessel „Im Griessli“ haben. In den Topografischen Karten der Schweiz hat der See selber noch keinen Namen. Für uns ist und bleibt es der Griesslisee.

Der Griesslisee gehört trotz seiner Lage zu den Polarseen. Und hat eine durchschnittliche Tiefe von rund 15 Metern im Sommer.

Gletschersee im Juli 2018

Im Juli 2018 statteten wir dem Griesslisee wieder einen Besuch ab. Wir wollten den See und die nähere Umgegend mit mehr Zeit im Gepäck erkunden und Fotos aus anderen Perspektiven machen. Da wir bei unserem ersten Besuch relativ spät am See waren, wollten wir das bessere Licht zum Fotografieren nutzen.

Panoramaaufnahme des Griesslisees

Am Anfang unserer Wanderung mussten wir zuerst einmal dem Regen trotzen, dadurch war der Weg zum Griesslisee sehr rutschig und man musste aufpassen nicht Bekanntschaft mit dem Boden zu machen. Am See selber hatte es Campern die hier die Nacht verbrachten. Ansonsten waren wir allein vor Ort. Nur sporadisch kamen Wanderer am oberen Weg vorbei, die nach einem kurzen Blick auf den See weiter Richtung Fisetenpass liefen.

Griesslisee am Klausenpass Gletscher
Schutt auf dem Gletscher

Zum Fotografieren waren wir dieses Mal Rechtzeitig vor Ort, Anfangs hatten wir noch mit Regen zu kämpfen, aber wie das Wetter in den Bergen so ist, innerhalb kurzer Zeit kann sich alles schlagartig ändern, so auch an diesem Tag innerhalb kurzer Zeit hatten wir blauen Himmel und Sonnenschein. Im Sommer 2018 ist der Griesslisee noch immer ein „Geheimtipp“ am Klausenpass. An der Passhöhe gehen kaum Menschen den Weg Richtung des Sees.

Griesslisee am Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

Gletschersee im Juli 2019

Mitte Juli 2019 machten wir uns wieder auf den Weg zum Gletschersee am Klausenpass. Aufgrund des vielen Schnees im letzten Winter war der Wanderweg lange Zeit nicht begehbar. Dazu kam das Mitte Juni die Nachricht durch die Medien (Beitrag in der Südostschweiz Online) ging, dass der Abfluss des Sees durch hohe Schneemassen verstopft war, somit konnten grosse Mengen an Schmelzwasser nicht abfliessen und der Seespiegel stieg Tag für Tag an. Erst am 17. Juni konnte sich das Seewasser einen Weg durch den Schnee bahnen, der Fätschbach der den Griesslisee entwässert schwoll stark an und riesige Wassermengen stürzten die rund 200 Meter Hohe Felswand Chlus herab. Alle Personen in der Gefahrenzone wurden sicherheitshalber informiert und Wanderwege wurden gesperrt. Es kam Gott sei Dank nur zu Sachschäden.

Griesslisee am Klausenpass
Gletschersee am Klausenpass

Einen Monat später ist von diesem Ereignis so gut wie nichts mehr zu sehen, einzig das Flussbett des Fätschbach ist sichtlich ausgewaschen. Trotz hoher Temperaturen hat es auf dem Weg zum See noch einige Schneefelder, die man überqueren muss, was aber gefahrlos möglich ist. Das Highlight am See sind die Eisschollen die auf ihm herumtreiben.

Schaf auf dem Weg zum Gletschersee
Spuren im Gletscher
Spuren im Gletscher
Gletscherwand
Glaskugel Aufnahme am Griesslisee
Gletschersee am Klausenpass

Gletschersee September 2019

Mitte September 2019 haben wir an einer Exkursion der Naturforschende Gesellschaft des Kantons Glarus (NGG) zum Gletschersee am Klausenpass teilgenommen. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Wilfried Haeberli startet die Wanderung an der Klausenpasshöhe und führte uns zum Griesslisee unterhalb der Claridennordwand. Auf dem Weg zum Gletschersee vermittelte Prof. Haeberli an vier Stationen Hintergrundinformationen zum Thema Gletscher- und Klimaforschung in den Alpen und weltweit. Dabei ging er auch auf viele Details zum See ein besonders auf die Entstehung und die Zukünftige Entwicklung. Die Tour war für uns sehr informativ und aufschlussreich und hat unsere Begeisterung für das Thema Gletscher nur noch bestärkt.

Exkursion NGG Griesslisee
Exkursion der NGG
Griesslisee Panorama

Gletschersee im Mai 2020

2020 haben wir uns bereits Ende Mai zum Gletscherseeli aufgemacht. Obwohl es bereits längere Zeit recht Hohe Temperaturen hatte, gab es noch viele Schneefelder auf dem Weg zum See. Mit guten Schuhen und Wanderstöcken war das Begehen der Schneefelder aber kein Problem. Der See hatte sich im Vergleich zu unserem letzten Besuch extrem verändern. Die Fläche ist sicherlich um rund 20–30 % geschrumpft und grosse Teile der Seeoberfläche waren noch mit Eis und Schnee bedeckt. Das gleiche Bild bot sich uns auch an der Abbruchkante des Gletschers hier fehlten besonders im hinteren Teil grosse Stücke des Eisfront. Trotz des trüben Wetters waren sehr viele Leute am See unterwegs, darunter viele Fotografen, eventuell war eine Fotogruppe vor Ort da sich der Gletschersee zu einem beliebten Fotospot entwickelt hat.

Eis im Gletschersee
Gletschersee 2020
Eis und Stein Gletscher
Gletschersee mit Schnee

Griesslisee im Juni 2020

Nur einen Monat nach unserem letzten Besuch sind wir wieder am Griesslisee unterwegs, ein Grossteil des Schnees der noch zwei Wochen zuvor die Szenerie bestimmt hat, ist zumeist weggeschmolzen trotzdem hat es hier und da noch Altschneefelder. Der Wasserstand ist weiterhin sehr niedrig und so kann man sehr nah an die Gletscherfront herangehen. Am frühen Morgen ist der See an einigen Stellen immer noch gefroren, im mittleren Teil der Eisfront gab es wieder mehrere Eisabbrüche so verändert sich der Anblick des Gletschers bei jedem Besuch.

Gletscherseeli Griesslisee
Gletscherseeli
Gletscherseeli Griesslisee
Gletscherseeli Griesslisee
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

Wir wandern entlang des Ufers und sind wieder einmal wie gefesselt vom Anblick, den uns der Gletschersee bietet. Auf einer Anhöhe am Sees machen wir eine Rast und versuchen uns in der Glaskugel Fotografie.

Gletscherseeli Griesslisee
Urnerboden
Glaskugel Griesslisee

Nichts ahnend wurden wir dabei Zeuge eines ganz speziellen Ereignisses. Auf einer Landzunge, die durch das niedrige Wasser entstanden war, landete ein Super Puma Helikopter der Schweizer Armee. Vermutlich befand er sich auf einem Trainingsflug und nutzten den Stopp für einen Check.

Super Puma
Super Puma

Am Südufer liegt noch beachtlich viel Altschnee bei der Erkundung müssen wir sorgfältig den Weg wählen. Grosse Stücke haben sich aus der Gletscherfront gelöst und sind in den See gestürzt. Wir besteigen den Moränenwall und bewegen uns langsam an dessen Krone entlang. Doch man sollte hier nicht zu Risikofreudig sein da man nie weiss was unter dem Schutt Geröll verborgen liegt.

Gletschersee mit Schnee
Gletscherfront
Gletscherfront
Wandermarkierung Griesslise
Gletschersee Griesslisee

Griesslisee September 2020:

Mitte September haben wir uns wieder zum Gletschersee aufgemacht um zu sehen, welche Veränderungen der Sommer gebracht hatte. Das Erste, was ins Auge fällt, ist das die Wege zum See neue Markierungen bekommen haben und das am Abfluss des See eine Brücke installiert wurde. Eine weitere grosse Veränderung ist die Grösse des Sees bei unserem letzten Besuch rund drei Monate zuvor gab es grössere Halbinseln im See und auch im nördlichen Teil konnte man ohne Mühe auf Breitem Weg bis zur Gletscherfront laufen heute hat sich der See wieder so weit ausgedehnt das von all, dem nichts mehr zu sehen ist. Der Gletscher selber hat ebenfalls einige Veränderungen erfahren, so sind an der Gletscherfront grössere Stücke abgebrochen und es haben sich kleinere Hohlräume gebildet.

Gletscherfront
Gletscherspalten
Gletscherspalten
Gletscherfront Griesslisee
Panorama Gletschersee

Juni 2021:

2021 wurde der Klausenpass vergleichsweise spät eröffnet (Anfang Juni) was an den grossen Schneemassen lag, die eine Räumung schwierig gestalteten, dadurch sind auch wir erst Ende Juni am Griesslisee unterwegs gewesen. Die Wanderung verlief trotz grosser Restschneefelder eher unspektakulär. Wie in jedem Jahr ist der Abschnitt hinauf auf den Moränenwall am stärksten Betroffen vom Restschnee. Wir beschränkten uns auf darauf vom Wall aus den See zu bewundern und liessen unsere Drohne den See erkunden. Auffällig im Vergleich zum letzten Jahr ist der Hohe Wasserpegel und die vielen Eisschollen auf dem See. 360 Grad  Panorama Bilder gibt es weiter unten zu sehen.

Gletschersee Klausenpass 2021
Gletschersee Klausenpass 2021
Gletschersee Klausenpass 2021
Gletschersee Griesslisee Klausenpass 2021
Klausenpass Juni 2021

360° Panorama

See August 2021

Anfang August waren wir zum zweiten Male im Jahr 2021 am Gletschersee unterwegs. Der Schnee war verschwunden, allerdings gab es noch zahlreiche Eisschollen und Blöcke im See. Was uns ins Auge fiel, war der hohe Wasserpegel des Sees und der Starke Rückgang der Gletscherfront im Nordteil des Sees.

Schaf am Gletschersee
Drohnenaufnahme Gletschersee
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

360° Panorama

Oktober 2021

Ende Oktober waren wir nach fast drei Monaten wieder am Griesslisee. Mit bestem Herbstwetter sind wir zum dritten Mal in diesem Jahr zum Klausenpass gefahren und sind zum See gelaufen. Dabei konnten wir eine Blick auf die neue Zufahrtsweg werfen der bis zur ersten Anhöhe beim Mälchbödemli gebaut wird, damit kann man den steilsten Abschnitt nun auf einem breiten Weg begehen. Der Rest des Wanderweges zum See ist allerdings in einem schrecklichen Zustand Schlamm und Matsch dominieren das Bild. Am See angekommen sind wir überrascht vom eigentlichen Gletschersee ist nur noch ein kümmerlicher Rest vorhanden. Dasselbe Bild auch beim Gletscher, dieser hat im vergangenen Sommer besonders an Masse verloren. Besonders deutlich ist das am Nordrand zusehen hier fehlen im Vergleich zum Jahr davor rund 5 Meter an Eis. Der See ist komplett zugefroren und man kann ihn umrunden, hier ist aber grosse Vorsicht geboten, da unter dem Schutt noch Eis und loses Geröll liegt.

Ende Oktober liegt der Gletschersee den ganzen Tag über im Schatten da die Sonne nicht mehr über den Clariden hinweg kommt, daher wirken die Bilder so bläulich.

Gletschersee im Herbst
Drohnen Bild Gletschersee
Gletscherfront
Panorama Gletschersee im Herbst

Mai 2022

Am 11. Mai wurde der Klausenpass eröffnet, wenige Tage später sind wir zum 12-mal am Griesslisee unterwegs. Seit nun sechs Jahren kommen wir den Gletschersee mindestens zweimal pro Jahr besuchen, aber so früh wie dieses Jahr kamen wir noch nie. An der Klausenpasshöhe türmen sich rechts und links der Strasse teils noch mehrere Meter Schnee, auch der gesamte Weg ist durchgehend bedeckt. Am frühen Morgen ist der Schnee noch sehr griffig, was sich aber zum Nachmittag rasant ändert, hier sind die steilen Abschnitt heikel und verlangen nach Konzentration und Aufmerksamkeit. Dem Weg entlang sind zahlreiche Lawinenabgänge gut sichtbar, während unseres Aufenthaltes gingen von der Claridennordwand zahlreiche Lawinen zum Gletschersee hin ab. Weshalb wir auch nicht zu weit nach unten zum See gehen. Der See ist bis auf einige Stellen mit Schnee bedeckt und zugefroren. Was sofort auffällt, ist der niedrige Wasserstand, dies erinnert an den letzten Besuch im Oktober 2021, wo ebenfalls nur wenig Wasser im See war. Auf den ersten Eindruck wirkt der Gletschersee sehr traurig.

Griesslisee im Mai 2022
Griesslisee im Mai 2022
Griesslisee im Mai 2022

Änderung des Wanderweg

Mitte Juli 2021 wurde der Wanderweg des Clariden Höhenweges, der vor dem Moränenwall lang führt verlegt, nun geht es auf den Moränenwall hinauf und von dort zum Fätschbach hinab, wo man über eine Behelfsbrücke den Fluss quert. Auf dem rechten Flussufer geht es dann in Richtung Fisetenpass, wo man wieder auf den alten Wanderweg stösst. Auf der Wanderapp Schweizmobil sowie am See ist die Änderung des Weges markiert.

Respektloser Umgang:

Leider muss man immer wieder entdecken, wie Respektlos mit der Natur umgegangen wird, nicht selten liegt unachtsam weggeworfener Müll von Wanderern am See. Oder Camper haben ihren Unrat einfach liegengelassen. Jeder der zu diesem fantastischen Ort kommt, möchte das Naturerlebnis geniessen und sollte es mit Respekt behandeln. Wer Müll macht, soll ihn auch wieder mitnehmen. Eine weitere Erscheinung, die etwas überhand nimmt sind die Steinmänner, die überall errichtet werden, ohne dass sie Sinn ergeben eigentlich sollen sie als Orientierungsmarken im Gelände dienen sind jetzt aber nur noch Instagram Motiv. Am besten nur hinsetzen und Geniessen!

Unterwegs am Klausenpass:

Der Klausenpass hat noch mehr zu bieten als nur den Gletschersee. In Östlicher Richtung verläuft der Claridenhöhenweg eine Tour, die vom Klausenpass über die Gemsfairenhütte bis zum Fisetenpass führt. Westlich des Klausenpass kann man in Richtung Chammli wandern und weiter ins Schächental, zwei kleine Bergbahnen bei Äsch und Unterschächen helfen beim Abstieg/Aufstieg. Sehr interessant aus geologischer Sicht sind Gesteinsformationen südlich der Gebäude am Chammli, hier hat der Griessgletscher im Laufe der Zeit deutliche Spuren im Gestein und Gelände hinterlassen.

Letztes Bild vor dem Panorama stammt von Pamela H.

Schneefelder Klausenpass
Schächentaler Windgällen
Schneefelder Wanderweg
Schächental
Murmeltier
Gletscherspuren
Panorama Schächental

Gemsfairenjoch:

Auf dem Weg zum Gämsfairenjoch kann man den Gletschersee aus einer ganz anderen Perspektive überschauen. Allerdings muss man dazu erst einmal einiges an Höhenmeter überwinden. Mehr dazu in Beitrag: Wanderung auf den Gemsfairenstock am Claridengletscher

Claridengletscher
Gletschersee im Griess
Gemsfairenjoch

Berglistüber Wasserfall am Klausenpass:

Unabhängig davon, ob man nun zum Gletschersee wandert oder nur zur Passhöhe fährt sollte man auf der Glarnerseite des Klausenpass einen Zwischenstopp am Berglistüber Wasserfall machen. Nur rund fünf Minuten vom Parkplatz des ehemaligen Gasthauses Bergli entfernt liegt der wunderschöne Wasserfall, der laut Schweizer Tourismus  mit zu den schönsten Schweizer Wasserfällen zählt. Wer sich selber ein Bild vor Ort machen konnte, wird diese Behauptung sicherlich unterstützen. Der Berglistüber-Wasserfall hat eine Fallhöhe von 44 Metern und ist einer von drei Wasserfällen des Fätschbach, der sich vom Urnerboden bis ins Linthtal schlängelt. Am schönsten wirkt der Wasserfall am Vormittag, wenn die Sonne ins kleine Tal scheint. Auf Island gibt es den berühmten Seljalandsfoss Wasserfall, der ein sogenannter Fensterwasserfall ist und auch der Berglistüber Wasserfall besitzt diese Besonderheit. Der Blick aus der Grotte hinter dem Wasserfall auf den Wasservorhang ist wunderschön und mit etwas Glück kann man sogar einen Regenbogen beobachten.

Bergli Stuber Wasserfall
Bergli Stuber Wasserfall Klausenpass Glarnerland

Gletscherwelt:

Wenn ihr genauso fasziniert seit von den Eisgiganten in den Bergen und schaut in unserem Beitrag zu Wanderungen entlang von Gletschern an, hier findet ihr eine Übersicht verschiedener Wanderungen die an Gletschern vorbeiführen.

Hilfe beim Projekt Bewirtschaftungsweg Mälchbödeli am Klausenpass

Das Projekt Bewirtschaftungsweg Mälchbödeli am Klausenpass bei Lokalhelden.ch wurde erfolgreich finanziert und mit dem Bau des Weges wurde begonnen. Im Oktober konnten wir uns vor Ort bereits einen Eindruck der Bauarbeiten machen. Vermutlich wird der Weg vor Einbruch des Winters fertig sein. Bei dem Crowdfunding Projekt geht es darum, dass die Familien Herger und Baumann beabsichtigen, auf dem Klausenpass bei den Melkställen einen Bewirtschaftungsweg zu erstellen. Die Alp Gebäude von der Familie Herger sind nur mit einer in die Jahre gekommener, kleinen Warentransportseilbahn erschlossen. Die Kühe der Familie Baumann müssen 11/2 Stunden Fussmarsch auf sich nehmen, der zum Teil sehr steil und felsig ist. Mit dem neuen Wirtschaftsweg soll der Transport und die Versorgung erleichtert werden. Für Wanderer die vom Klausenpass hinauf zu Gletschersee wandern steht damit für den steilsten Teil eine bequeme Variante zur Verfügung.

Wirtschaftweg Griess

Mehr Informationen:

Hotel Klausenpasshöhe – Seite des Hotels Klausenpasshöhe
Urnerboden – Verkehrsverein Urnerboden
Uri Tourismus – Webseite des Tourismusverband Kanton Uri

Fazit:

Der Klausenpass ist ein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel, das mit vielen schönen Höhepunkten aufwarten kann. Das ganze fängt bereits bei der Anreise zum Klausenpass an. Die Passstrasse mit all ihren Serpentinen und dem tolle Bergpanorama links und rechts. Aber das eigentliche Highlight ist und bleibt der Gletschersee. Es ist ein fantastischer Anblick, wenn der See das erste Mal vor einem auftaucht. Die Wanderung ist selbst für ungeübte gut zu schaffen. Man sollte früh am morgen zur Tour starten, damit man perfektes Licht am See vorfindet. Der See lässt sich auch seht gut mit der Wanderung auf dem Claridenhöhenweg kombinieren, die unterhalb des Sees vorbeiführt. Eine bitte an alle Wanderer und Besucher all ihren Müll wieder mitzunehmen!!!

Sucht ihr noch weitere Wanderungen? Wie wäre es mit einer Tour zum Oberblegisee im Glarnerland oder zum Furggelenstock am Vierwaldstättersee. Wer mehr auf eine Stadttour steht, sollte sich die Stadt Laufenburg, anschauen die zu je einem Teil in der Schweiz wie auch in Deutschland liegt und nur durch den Rhein getrennt ist.
Habt auch ihr den Griesslisee besucht oder kennt andere schöne Ausflugsziele oder Wandertouren schreibt uns doch einen Kommentar dazu. Mehr Bilder unserer Reisen und Wanderungen findet ihr auf Instagram, Pinterest oder auf Facebook

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Griesslisee_Pinterest

13 Kommentare.

  • Isabella Hauser
    12/07/2018 09:50

    Sehr schöne bilder danke

  • Sehr guter Kommentar und schöne Fotos.
    Kompliment!

  • Schillig Thomas
    06/10/2018 18:51

    Kleine Korrektur: Die Seilbahn auf den Fisetengrat startet auf dem Urnerboden und nicht in Spiringen. Der Urnerboden gehört zur Gemeinde Spiringen.

  • Sehr interessant und sehr eindrücklich!

    • Hallo Irina
      Der Gletschersee ist wirklich ein eindrückliches Ziel. Ich hoffe ihr habt dem See eventuell schon einen Besuch abgestattet.

  • Sehr schöne Bilder und ein wirklich detailierter Bericht. Ich freue mich schon auf meinen Ausflug dorthin.
    Sehr schade, dass einige so rücksichtslos mit der Natur umgehen.

    • Hallo Klaus
      Danke für dein Lob wir versuchen uns viel Mühe zu geben mit unseren Beiträgen und dein Zuspruch motiviert uns dabei. Hoffe, du hast bei deinem Ausflug so viel Spass wie wir.
      Gruss Dokmai & Daniel

  • Ewald Seiler
    27/07/2019 09:50

    Eine sehr schöne Gegend, vorallem für Fotografen… leider fehlt in den Bescheibungen etwas von den eindrucksvollen „goldenen“ Steinen…?
    und der „Mühl“ sollte eigentlich „Müll“ heissen… aber ansonsten eine gute Beschreibung und tolle Fotos – Bravo…!

    • Besten Dank für dein Feedback werde die Fehler korrigieren. Das mit den Goldenen Steinen müsstest du mir näher erläutern!!
      Gruss Daniel und Dokmai

  • Ein informative Website, klasse gemacht.
    Aus meiner Sicht ist der Griesslisee einer der schöste Orte der Schweiz. Ein traumhafter Anblick, welcher eine Mischung aus Kanada und Antarktis darstellt und doch so sinnbildlich für unser schönes Land steht.
    –> Ich ware heute dort und konnte problemlos vor der Abbruchkante durchlaufen (bis ca. in die Mitte der Abbruchkante) und sogar in das Gletschertor hineingehen (sehr eindrücklich!), da der Griesslisee so wenig Wasser hatte. Auf Google konnte ich aber kein einziges Bild finden, bei welchem man ein zugängliches Gletschertor sieht.
    Weshalb hatte der Griesslisee wohl so wenig Wasser?

Kommentare sind geschlossen.

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