Wanderung Grimselpass Sidelhorn

Wandern auf das Sidelhorn und dem Oberaarstausee am Grimselpass

Die Region um den Grimselpass zählt für uns zu den schönsten Gegenden der Schweiz, hier haben wir unsere Leidenschaft zum Wandern und den Bergen vor vielen Jahren entdeckt. Als wir 2015 das erste Mal am Pass waren, haben wir uns auf den ersten Blick in die Region verliebt. Mittlerweile haben wir bereits einige Wanderungen am und um den Pass gemacht. Ende September 2021, nur wenige Tage nach unserer Rückkehr von unserer grossen Island Rundreise hatten wir die Chance im berühmten Grimsel Hospiz zu übernachten, es ist gar nicht so einfach dort über das Wochenende ein Zimmer zu bekommen, wir hatten einige Monate zuvor auf gut Glück einfach ein Zimmer gebucht. Wir wollten natürlich nicht nur das Hotel besuchen, sondern auch Wandertouren unternehmen, die erste Tour sollte uns von der Grimselpasshöhe hinauf zum Sidelhorn und weiter zum Oberaarstausee führen. Am zweiten Tag, sollte es von der Oberaarstaumauer zum Oberaargletscher und zurück gehen, diese Tour hatten wir bereits einige Jahre zuvor unternommen und wollte diese nun nochmals machen. Begleitet uns jetzt auf unserem Grimselpass Abenteuer und vielleicht können wir euch begeistern ebenfalls die Region, um den Grimselpass zu besuchen.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: September 2021
  • Wo: Grimselpass im Berner Oberland
  • Übernachtung: Grimselpass Hospiz
  • Budget: 8,- CHF Sidelhornbahn, 16,- CHF Oberaarbahn
  • Highlights: 360 Grad Panoramablick
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Route: Bergstation Sidelhornbahn – Husegghütte – Sidelhorn – Triebtensee – Oberaarstausee
  • Kilometer: 8,5 km
  • Höhendifferenz Auf/Ab: 580/540 Meter
  • Zeit Tour: 3-4 Stunden
  • Anmerkung: Grödel oder kleine Steigeisen können hilfreich sein

Streckeninfo / Karte / Höhenprofil

Grimselpass

Geschichtlich gesehen ist die Nutzung des Passes für den Saumverkehr im 14. Jahrhundert belegt, doch vermutlich nutzen bereits zuvor die Römer den Pass, um Waren zu transportiert. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Pass mit einer Naturstrasse ausgebaut und in den darauffolgenden Jahrzehnten stetig erweitert und verbessert. Die heutige Strasse besteht erst seit 1986 als der Kanton Wallis den Pass auf der Südseite fertig ausbaute. Die gesamte Passstrasse zwischen Innertkirchen und Gletsch ist 26 km lang, die Passhöhe befindet sich auf 2163 Metern Höhe. Meist wird der Pass zwischen Ende Mai und Anfang Juni für den Verkehr freigegeben, dann kann es an schönen Wochenenden schonmal hektisch zugehen, wenn unzählige Motorrad und Autofahrer den Pass nutzen, unter der Woche hingegen geht es meist gemächlicher zu.

Willkommen Grimselpass
Grimselpasshöhe

Anreise zum Grimsel Hospiz & Pass

Auto

Aus nördlicher Richtung erreicht man den Grimselpass, aus der Richtung Basel/Zürich/Luzern über den Brünigpass. Aus der Region Bern fährt man über Interlaken bis nach Innertkirchen. Reisende aus dem Tessin kommend fahren über den Furkapass bis nach Gletsch und dann hinauf auf den Pass. Von Genferseegebiet beziehungsweise aus dem Wallis geht es über die A9 bis Brig und dann durch das obere Rhonetal bis hinauf nach Gletsch. Im Frühjahr und im Spätherbst sollte man sich über die Strassenzustände informieren, da je nach Schneelage der Pass gesperrt ist.

Bus

Die Postbuslinie 161 fährt von Ende Juni bis Anfang Oktober 4x-täglich auf der Grimsel Pass Route zwischen Meiringen — Innertkirchen — Grimselpass — Oberwald.

Ankunft am Grimselpass

Nach einer rund 2-stündigen Fahrt kommen wir gegen 9 Uhr am Grimsel Hospiz an, wir sind fast allein vor Ort, einzig zwei Wanderer sind mit uns da und bereiten sich auf ihre bevorstehende Tour vor. Da wir die Nacht im Hospiz verbringen werden, haben wir uns entschlossen, mit der Sidelhornbahn hinauf zum Husegg zu fahren und von dort die eigentliche Wanderung zu starten, so können wir auf dem Rückweg zum Hospiz die neue Oberaarbahn nutzen und müssen nicht den langen Weg über die Panoramastrasse nehmen. Selbstverständlich könnte man auch bis hinauf zur Passhöhe fahren und von dort loswandern, so haben wir es bei unserer ersten Tour vor einigen Jahren gemacht, mehr dazu im Beitrag: Wanderung zum Oberaarstausee

Grimsel Hospiz am Morgen
Grimselsee und Oberaargletscher

Sidelhornbahn

Unterhalb der Kapelle Hospiz liegt die Talstation der Sidelhornbahn, eigentlich war die Bahn jahrzehntelang nur dem Kraftwerkspersonal vorbehalten, doch seit 2012 können auch Touristen die Bahn hinauf zum Husegg nutzen. Die Seilbahn ist nicht bedient, das bedeutet man fordert die Kabine per Knopfdruck zur jeweiligen Station an, dann muss man nur noch warten bis die Gondel vor Ort ist, alles läuft automatisch ab, man muss nur ein gültiges Ticket haben. Karten kann man vor Ort am Automaten, Online, im Touristencenter Innertkirchen oder im Grimsel Hospiz kaufen.

Preise:
  • Erwachsene pro Fahrt 8,- CHF
  • Kinder pro Fahrt 4,- CHF
Sidelhornbahn

Am Drehkreuz scannen wir unsere Tickets und nach kurzer Wartezeit geht es in vier Minuten Fahrtzeit über den Grimselsee hinweg zum Grimselpass.

Sidelhornbahn

Ausgangspunkt Grimselpass

Von der Bergstation müssen wir einige Meter über die Panoramastrasse in Richtung Passhöhe laufen, hier liegt der Ausgangspunkt Husegg, wo wir auf weiss-rot markiertem Weg unsere Wanderung zum Sidelhorn starten. Laut Wegweiser benötigen wir bis zur Husegghütte 40 Minuten und bis zum Sidelhorn 1 1/2 Stunden, was auch gute Angaben sind, wir werden allerdings werden durch zahlreiche Fotostopps und den vielen Schnee am Sidelhorn circa 30 Minuten länger benötigen.

Husegg Grimselpass
Wanderweg Sidelhorn
Wanderweg Sidelhorn

Der meist breite Pfad schlängelt sich in zahllosen Kehren den Berg empor, überall kann man auf den Felsen die für die Region charakteristischen grünen und teils orangen Flechten beobachten, je nach Sonneneinstrahlung leuchten die Felsen förmlich in Neongrün oder Orangetönen. Es gibt ungefähr 300 Flechtenarten am Grimselpass, manche sind einfach nur Schwarz oder Grau und andere leuchten in Gelb, Orange oder Grüntönen.

Flechten am Grimselpass

Panoramablick auf den Grimselsee

Meter für Meter geht es in die Höhe empor und der Ausblick wird dabei immer schöner. An einer kleinen Senke abseits des Weges hat sich ein See gebildet, hier machen wir eine kurze Rast und schauen hinab zum Grimselpass und dem Totesee, wo nun mehr und mehr Fahrzeuge und Motorräder eintreffen. Im Hintergrund am mächtigen Galenstock (3586 Meter) und am Tieralplistock (3286 Meter) leuchten die Gletscher in strahlendem Weiss.

Totesee am Grimselpass
Tieralplistock
Galenstock am Rhonegletscher

Im Südosten zwischen Chüebodenhorn (3070 Meter) und Pizzo Gallina (3060 Meter) über der Nufenpass Region steigt währenddessen die Sonne weiter dem Himmel empor.

Blick in Richtung Nufenpass

Gletscherspuren

Die Grimselregion ist geprägt durch zahlreichen Gletscherspuren, die man überall finden kann, so die während der Eiszeit vom Oberaargletscher beziehungsweise Unteraargletscher abgeschliffenen Rundhöcker, ihr Oberfläche wirkt durch die glatte und runde Wölbung fast schon unnatürlich. An den wie Narben wirkenden Kratzern und Rissen kann man die vormalige Fliessrichtung des Gletschereises ablesen. Diese Spuren finden man überall in der Grimsel- und Furkapass Region.

Rundhöcker Grimselpass
Wanderweg Grimselpass

Nach rund 30 Minuten kommt am Hang über uns die Husegghütte in Sichtweite und damit liegt das erste Etappenziel in greifbarer Nähe. Hinter uns kommen nun weitere Wanderer den Weg hinauf, manche von ihnen haben einen flotten Schritt drauf und überholen uns mit Leichtigkeit. Weit im Westen können wir indessen langsam die beiden 4000er Lauteraarhorn (4042 Meter) und Schreckhorn (4078 Meter) sehen.

Husegghütte
Lauteraarhorn und Vollmond

Husegghütte 

In Rund 40 Minuten, wie der Wegweiser angegeben hat, haben wir die Husegghütte auf 2450 Meter erreicht. Von hier können wir unser Ziel, das Sidelhorn erblicken, noch wirkt es sehr weit weg. Ab hier werden die Neuschneefelder nun immer grösser, aber der Weg lässt sich problemlos erkennen.

Husegghütte Wegweiser
Alpligletscher
Gletscher am Galenstock

Kurz hinter der Hütte können wir einige besonders schönes Bilder des Lauteraarhorn und Schreckhorn machen als der Mond hinter den beiden Gipfeln untergeht.

Lauteraarhorn und Vollmond

Aufstieg zum Sidelhorn

Jetzt fängt über den Nordgrat unser Aufstieg zum Sidelhorn an, als alternative könnte man auch direkt zum Oberaarstausee und zum Trübtensee/Triebtensee wandern. Mit jedem Höhenmeter denn man überwindet wird der Ausblick immer beeindruckender, besonders in Richtung des Unteraargletschers den wir nun trotz des Schutts und Geröll sehen können. Hier hatte übrigens Mitte des 19. Jahrhunderts die moderne Gletscherforschung unter Franz J. Hugi und Louis Agassiz ihren Ursprung. Kurz vor 11 Uhr haben wir den Schlussanstieg hinauf zum Sidelhorn erreicht. Jeden Meter, den wir den Grat empor laufen, nimmt die Schneehöhe weiter zu.

Anstieg zum Sidelhorn
Oberaargletscher
Unteraargletscher und Lauteraarhorn

Der Charakter des Weges ändern sich nun, es geht nun steil über Fels und Geröll dem Gipfel entgegen. Auf der Hälfte des Grates nimmt die Vereisung weiter zu, wir entscheiden uns die Grödel (kleine Steigeisen) anzulegen. Damit kommen wir bestens voran, wir holen sogar einige Wanderer ein, die uns zuvor überholt hatten, sie alle haben Probleme halt im vereisten Schnee zu finden. Es ist Ratsam im Herbst den Wetterbericht bereits einige Tage im Voraus zu beobachten und falls nötig Winterausrüstung mitzunehmen, da in dieser Höhe schon im September der Schneefall einsetzen kann.

Aufstieg Sidelhorn
Aufstieg Sidelhorn
Aufstieg Sidelhorn
Panoramablick Grimselwelt

Sidelhorn – 360 Grad Panorama auf 2764 Metern

Um 11:30 Uhr haben wir es nach gut 2 Stunden geschafft und haben das 2764 Meter Hohe Sidelhorn erreicht, die letzten Meter hatten es nochmals in sich, Schwindelfreiheit ist bei der Besteigung ratsam, ansonsten ist der Weg auf den Gipfel ohne Schnee vermutlich um einiges einfacher. Nun sind wir aber überglücklich, dass wir am Gipfelkreuz stehen, bis zu diesem Moment sind nur vier weitere Personen mit uns auf dem Berg. Bevor wir uns zu einer wohlverdienten Pause niedersetzen, geniessen wir das umwerfende 360 Grad Panorama.

Sidelhorn Gipfel
Ausblick Sidelhorn
Sidelhorn Gipfelkreuz

Das schöne ist, dass auch während des wohlverdienten Mittagsessen der Ausblick nicht verschwindet, sondern man kann sein Picknick und die Fernsicht in jeder Hinsicht geniessen. Sogar das Matterhorn kann man erblicken, hier ist allerdings ein Fernglas oder starkes Zoomobjektiv ratsam. Aber im Grunde ist es egal, wohin man schaut, die alpine Bergwelt ist einfach atemberaubend schön.

Matterhorn
Lauteraarhorn und Schreckhorn

Westlich gleitet der Blick vom mächtigen Oberaarhorn hinab über den gleichnamigen Oberaargletscher bis zum Stausee, der unser nächstes Ziel sein soll für die heutige Wanderung. Schaut man genauer auf das Ende der Gletscherzunge, kann man sogar die Gletscherhöhle erkennen, die wir am morgigen Tag erkunden wollen.

Auf der gegenüberliegenden Seite kann man hervorragend die vielen Kehren des Furkapass erkennen, die sich hinauf zum ehemaligen Hotel Belvedere schlängeln. Nur wenige Meter daneben liegt das Zungenende des Rhonegletschers, hier kann man sehr gut die weissen Fliessplanen erkennen, die zum Schutz über dem Gletscher gespannt wurden. Mehr zur Eisgrotte findet ihr in unserem grossen Rhonegletscher Beitrag.

Leider wurden wir auf dem Sidelhorn wieder einmal Zeuge von Respektlosen und Rücksichtslosem verhalten, ein Gruppe aus sechs Personen jeweils um die 60 Jahre kamen auf dem Sidelhorn und sorgten durch ihr lautes Verhalten und auftreten dafür, dass alle anderen ziemlich genervt waren, sie belagerten das Gipfelkreuz und nahmen keine Rücksicht auf andere, die ebenfalls Fotos machen wollten, daneben unterhielten sie sich laut über ihre Arbeit- und Familienprobleme und alle dürften daran teilhaben. Darauf haben wir, ehrlich gesagt, absolut keinen Bock, die Leute sollen sich so unterhalten, dass man das nicht mitbekommt, wir kommen in die Berge, um Ruhe zu finden und nicht um solche ….. zu erleben. Hier sollte man einfach mal das Gehirn einschalten.

Abstieg zum Oberaarstausee

Kommen wir aber zurück zum positiven Teil, nach unserem feinen Mittagessen werfen wir zum Abschluss nochmals einen letzten Blick vom Sidelhorn auf die Berner und Walliser Bergwelt. Danach geht es auf den Abstieg zur Trübtenseelücke. Der erste Teil geht wieder durch eine Geröllhalde steil abwärts, immer wieder muss man die Hände zur Sicherung nutzen, doch wir kommen zügig vorwärts und sicher voran. Hier auf der Südseite des Sidelhorn liegt so gut wie kein Schnee, daher bleiben unsere Steigeisen im Rucksack.

Weg zum Sidelhorn
Blick Oberaargletscher
Triebtensattel

Am Punkt 2689 muss man sich nun entscheiden, ob man weiter dem Grat entlang zur Trübtenseelücke läuft oder ob man direkt zum See hinab laufen möchte, wir wählen die zweite Variante und biegen nach rechts ab. Anfangs findet man immer wieder Markierungen an Steinen und Felsen, doch irgendwann wird es immer mühsamer den Weg zu finden, doch so ist das um die Jahreszeit in den Bergen, da heisst es Augen zu und durch, alles Jammern hilft nichts, sondern man muss sich seinen Weg suchen, was uns nach ungefähr 30 Minuten auch gelang.

Punkt 2689 Wanderung Sidelhorn
Wanderweg Trübtensee
Blick Trübtensee

Spiegelung im Trübtensee

Bevor wir den See erreichen, kommen wir noch an einer riesigen Wiese mit Wollgras vorbei, das sich herrlich vom braunen Boden abhebt und ein tolles Fotomotiv abgibt und dasselbe trifft auch auf den Trübtensee zu, wo wir herrliche Wasserspiegelungen fotografieren können. Übrigens wird man auf Karten und Wegweisern den Seenamen in zwei verschiedenen Schreibweisen finden, einmal Triebtensee geschrieben, zum andern als Trübtensee geschrieben.

Wollgras am Grimselpass
Spiegelung im Trübtensee
Spiegelung im Trübtensee

Am See steht wieder einmal eine Entscheidung an, wandert man über Bäregg zum Berghaus Oberaar und zum Stausee oder man läuft ein Stück in Richtung Grimsel Hospiz, um auf die Panoramastrasse zu gelangen, hier macht man kehrt und läuft zum Berghaus Oberaar, das man nach rund 30 Minuten erreicht. Vorteil an der Panoramastrasse ist der umwerfende Aussicht auf den Grimselsee und den Unteraargletscher.

Triebtensee
Panoramastrasse Grimselpass
Panoramastrasse Grimselpass

Oberaarstausee

Das erste was wir vom Stausee erblicken ist die 100 Meter hohe und 526 Meter lange Staumauer, am Ende des See liegt der Oberaargletscher, der sich durch das schmale Tal schiebt. Nur wenige Minuten später und einige Höhenmeter tiefer haben wir die Staumauer erreicht. Zuerst laufen wir in die Mitte der gigantischen Mauer und blicken über den See hinweg zum Gletscher und dem Oberaarhorn, die sich majestätisch im Wasser spiegeln.

Berghaus Oberaar
Staumauer Oberaar
Oberaarsee und Gletscher

Etwas abseits nutzen wir die Chance und liessen unsere Drohne über den Stausee fliegen und können einige tolle Bilder machen, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Wir sassen noch einige Zeit auf einer Sitzgelegenheit auf der Mauer und liessen die Eindrücke der Umgebung auf uns wirken.

Gipfel am Oberaarsee
Oberaarsee und Gletscher
Oberaarstausee Panorama

Oberaarbahn

Um die späte Mittagszeit herum statteten wir dem Gasthaus Oberaar einen Besuch ab, auf der Terrasse mit Blick auf den See und Gletscher liessen wir uns eine feinen Gulaschsuppe und zwei kühle Bier schmecken. So gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Grimselpass. Wer möchte, kann die 6 km lange Panoramastrasse zum Pass laufen oder man nutzt die seit dem 26.6.2021 für Touristen freigegebene Oberaarbahn, die alle 25 Minuten zum Grimsel Hospiz fährt. Die Kabine fast bis zu 8 Personen, die einfache Fahrt kostet 16,- CHF p.P für Erwachsene und 8,- CHF für Kinder.

Oberaarstausee
Oberaarbahn
Grimsel Hospiz am Nachmittag

Gegen 16 Uhr kommen wir wieder am Grimsel Hospiz an, nach dem Check-in beschliessen wir kurzfristig zur Passhöhe hinaufzufahren, um das herrliche Wetter zu geniessen. Auf dem Grimselpass liegt die europäische Wasserscheide, das heisst nach Süden fliesst das Wasser über die Rhone ins Mittelmeer, nach Nord über die Aare und den Rhein in die Nordsee. Hinter der Kapelle St. Christopherus liegt ein grosser Granitstein und weist auf diese Tatsache hin, an gleicher Stelle ist auch die Kantonsgrenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis.

Totesee Grimselpass
Kapelle Grimselpass
Wasserscheide Grimselpass

Wir kehren zum Hotel zurück, wo wir die Felsnadel Nollen auf dem das Hospiz steht, noch etwas erkunden, wobei viele Abschnitt wegen des Neubaus der Staumauer gesperrt sind. Den krönenden Abschluss bildet das köstliche Abendessen im Restaurant, mit vielen tollen Eindrücken gehen wir zu Bett und freuen uns auf den nächsten Tag, der uns wieder zum Oberaarstausee führen wird.

Grimsel Hospiz
Infantriebunker Grimselpass
Kapelle Grimsel Hospiz

Grimsel Hospiz

Das Grimsel Hospiz kann auf eine lange und bewegende Geschichte zurückblicken, bereits um 1400 wurde das erste Grimsel Hospiz als Herberge erbaut, über vierhundert Jahre konnten Reisende und Wanderer hier Rast einlegen. 1852 wurde das Gebäude durch Brandstiftung des Wirtes zerstört und musste neu errichtet werden. Das Haus hatte laut dem Reiseführer Baedeker einen miserablen Ruf bei den Gästen. 1929 wurde das Hospiz aufgegeben und verschwand im heutigen Grimselsee, als Ersatz wurde 1932 auf dem Felsplateau Nollen etwas weiter oben das heutige Grimsel Hospiz erbaut. Es war das erste elektrisch beheizbare Hotel Europas und sorgte damit für viel Furore. Durch Umbauten und Renovierungen in den Jahren 2008 bis 2010 wurde aus dem eher einfachen Hotel ein äusserst Geschmackvolles Hotel, das mit viel Flair und Charme begeistern kann. Der Spagat zwischen dem Erhalt von Altem und das Einbinden von Neuem ist perfekt gelungen.

Grimsel Hospiz Grimselpass
Zimmer Grimsel Hospiz

Es ist gerade an Wochenenden nicht immer einfach ein Zimmer zu bekommen, da diese oft lange im Voraus ausgebucht sind, wir hatten auf Gut Glück gebucht in der Hoffnung, dass das Wetter an diesem Wochenende mitspielen würde, was es am Ende auch tat. Preislich bewegt man sich auf Hohem Niveau, wobei man das nicht als Kritikpunkt verstehen darf, vom Service über die Zimmer ist alles perfekt bis ins kleinste Detail. Ein besonderes Lob muss man dem Personal aussprechen, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft stehen ganz weit oben auf der List. Wenn man eine oder mehrere Nächte im Hotel verbringt, sollte man auch im Restaurant essen gehen, es werden Schweizer Gerichte im Modernen Gewand serviert, die Speisen sehen nicht nur gut aus, sie schmecken auch fein. Was man auch nicht überall findet, ist die Tatsache, dass die Besitzer jeden Gast persönlich am Abend begrüssen und nach dem Wohlbefinden fragen.

Essen Grimsel Hospiz
Essen Grimsel Hospiz
Essen Grimsel Hospiz

Nach einer geruhsamen Nacht in einem unglaublich bequemen Bett gibt es im grossen historischen Holzsaal das Frühstücksbuffet, das mit allem aufwarten kann, was man sich wünscht. Wer noch etwas Besonderes erleben möchte, sollte vor dem Frühstück zeitig aufwachen und hinaus auf die Aussichtsterrasse gehen, hier bekommt man einen wunderschönen Sonnenaufgang geboten. Während Tagsüber reger Verkehr und Andrang herrscht, ist man am Morgen allein am Hospiz und kann die Ruhe voll und ganz geniessen.

Sonnenaufgang Grimselpass
Sonnenaufgang Grimselpass
Sonnenaufgang Grimselpass
Panorama Sonnenaufgang Grimselregion

Wandern in der Grimselregion

HALT nicht so schnell!!!

Noch mehr Ausflugsideen und Wanderungen im Berner Oberland

Mehr Informationen auf Websites & Blogs:

Grimselwelt – Alle Bahnen und Hotels in der Grimselwelt stellen sich vor und können gebucht werden

Hotel Grimsel Passhöhe – Website des Hotel Grimsel Passhöhe

Goms – Tourismusseite der Region Goms mit vielen Informationen zu Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten

Alpenpässe – Die Strassenzustände aller Schweizer Pässe

Fazit:

Die Wanderung vom Grimselpass auf das Sidelhorn und weiter zum Oberaarstausee war ein tolles Highlight im Jahr 2021. Man sollte zeitig vor Ort sein, was besonders an Wochenenden vorteilhaft ist, da es am Morgen noch recht ruhig ist, was sich im Laufe des Tages schnell ändert. Die Tour auf das Sidelhorn ist Mittelschwer, was besonders auf das letzte Stück über den Grat hinauf auf den Gipfel zutrifft, der Rest des Weges ist hingegen als Leicht einstufbar. Die neuen Bergbahnen, die vom Grimsel Hospiz aus fahren, kann man die Tour individuell nach den Bedürfnissen anpassen. Hat man es auf den Gipfel geschafft, wird man bei passendem Wetter mit einem unglaublichen 360 Grad Panorama belohnt, dass man fast nicht mehr hinabsteigen möchte. Am Oberaarstausee, den man auch mit dem Auto einfach erreichen kann, gibt es besonders von der Staumauer aus einen tollen Ausblick auf die Berg und den Oberaargletscher. Man kann die Tour auf das Sidelhorn und den Stausee gut an einem Tag machen, wer den doch hohen Preis nicht scheut, sollte eine Nacht im Grimsel Hospiz verbringen und sich verwöhnen lassen.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die Wanderung zur Tierberglihütte oder unsere Gletschertour auf dem Aletschgletscher.

Kennt auch ihr den Grimselpass und das Sidelhorn oder wisst andere schöne Orte oder Städte, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

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