Val Frisal

Wanderung von Breil-Brigels ins Val Frisal

Das rund 2–3 km lange muldenförmige Val Frisal auf 1900 m. ü. M. bei Breil-Brigels im Surselva zählt nicht gerade zu den bekanntesten Tälern in der Schweiz dabei könnte man behaupten, das es mit zu den schönsten Hochtäler der Alpen gehört. Hier findet man Unberührte Natur, Abgeschiedenheit eine traumhaft schöne Moorlandschaft geformt von Gletschern aus Eis und Stein. Es ist fast schon eine Postkartenidylle, die man präsentiert bekommt. Das gesamte Val Frisal ist im Bundesinventar für Flachmoore und Auengebiete von nationaler Bedeutung eingetragen. Wer neugierig geworden ist und alles über eine Wanderung ins Val Frisal wissen und sehen möchte, sollte sich unseren Beitrag genauer anschauen.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: Anfang Juni 2020
  • Wo: Breil-Brigels in der Region Surselva Kanton Graubünden
  • Übernachtung: keine
  • Budget: 15 CHF für Parkgebühren und Verpflegung
  • Highlights: Hochtal und Moor, Gletscherwelt, tolle Aussicht
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel, teilweise Steile Anstiege und schmale Wege
  • Route: Parkplatz Breil – Chischarolas – Alp Nova – Crap Cavigliauna – Val Frisal – Chischarolas – Parkplatz Breil
  • Kilometer: 19 km
  • Höhendifferenz: ca. 850 Meter
  • Zeit Tour: 5–6 Stunden

Streckeninfo / Karte / Höhenprofil

Breil/Brigels

Breil-Brigels ist eine Gemeinde in der Region Surselva im Kanton Graubünden. Im Winter und Sommer ist der Ort und die Umgebung beliebtes Ferien und Ausflugsziel. Das Bergdorf liegt auf einer Terrasse oberhalb des Vorderrheins und ist aus östlicher Richtung von Flims/Laax oder über den Oberalppass von Andermatt aus sehr gut zu erreichen. Wer mit dem Auto anreist und nur einen Tagesausflug macht sollte den grossen Parkplatz, auch für Wohnmobile, am Lag da Breil nutzen.

Brei-Brigels
Sessellift Breil Burleun
Blick auf Brei-Brigels
Parkplatz Brei-Brigels

Wanderung ins Val Frisal

Unsere Tour starten wir am Brigelser See direkt an der Liftanlage Breil-Burleun. Hier besteht die Möglichkeit, die Tour mit dem Sessellift zu starten und somit rund 200 Höhenmeter aufstieg zu sparen, man fährt bis zur Bergstation Crest Falla und läuft dann an Alpweiden vorbei ins Tal hinein zwischen den beiden Brücken über die Flem laufen die Wanderweg aus dem Tal und von Crest Falla zusammen. Wir wählen den langen Aufstieg von Breil Brigels aus da bei zum Zeitpunkt unseres Besuches die Liftanlagen ausser Betrieb waren. Zuerst geht es kurz ins Dorf hinein, hier steht die zweite Routenwahl an entweder man läuft rechts oder links des Flusses Flem entlang in Richtung Val Frisal wir wählen die rechte Route für den Aufstieg und die linke für den Rückweg.

Ausblick Brei-Brigels
Blick Brei-Brigels
Wallfahrtskapelle St. Eusebius

Es geht gleich sehr steil aufwärts, nach wenigen Metern sollte man einen kleinen Umweg einlegen zur Wallfahrtskapelle St. Eusebius (rätoromanisch Sogn Sievi) die auf dem Hügel am Eingang des Tales thront. Hier hat man am Morgen und am Nachmittag einen fantastischen Ausblick auf Breil Brigels und die dahinter liegenden Berge Piz Sezner und Piz Mundaun. Wer die Kapelle besichtigen möchte, muss zuvor den Schlüssel im Infobüro Brigels oder im Familienhotel Alpina holen.

Ausblick Wallfahrtskapelle St. Eusebius

Nach dem Abstecher zur Kapelle folgen wir dem Weg weiter aufwärts durch einen kleinen Tannenwald vorbei an einem kleinen Rastplatz unterhalb von Muliniala. Ab hier geht es über gute Alpwege weiter ins Tal hinein, wo wir das erste Mal den markanten Kistenstöckli vor uns sehen können. An der Alp da Stiarls geht es über eine Brücke auf die andere Seite der Flem.

Rastplatz Frisal
Blick Kistenstöckli
Wanderweg Frisal

Uaul Scatlè – Fichtenurwald

Wir laufen dem Weg in nördlicher Richtung durch den Uaul Scatlè dies ist ein Naturwaldreservat es liegt mit seine Umgebungszone zwischen 1520 m. ü. M. und 2020 m. ü. M. und ist damit der höchst gelegene Fichtenurwald Europas. Ziele des Reservat sind Erhaltung der Artenvielfalt, die natürliche Entwicklung des Urwalds ohne Beeinflussung des Menschen und die Wissenschaftliche Erforschung.

Findling
Wildruhezone

Auf der Hälfte des Weges durch das Seitental erreicht man bei Chischarolas einen wunderschön gelegenen Rastplatz am Ufer des Flembach hier gibt es Grillstellen, ein Toilettenhäuschen, Sitzbänke und Tische. Wir machen hier unsere erste Rast bevor wir weiter wandern auf dem Weg ins Val Frisal. Kurz darauf an einer weiteren Brücke über die Flem muss man sich ein zum drittes Mal auf dieser Tour entscheiden welche Richtung man einschlägt, entweder weiter der Flem entlang ins Val Frisal oder links steil bergauf in Richtung Alp Nova.

Wegweiser Frisal

Wir wählen die Route hinauf zur Alp Nova dabei passieren wir auch die Umgebung des Fichtenurwald Scatlè. Der Weg geht besonders am Anfang sehr steil aufwärts nach rund 30–40 Minuten haben wir die Alp endlich erreicht. Hier gönnen wir uns bei einer kurzen Rast einen frischen Ice-Tee, den die Bewohnerin der Alp Nova an Müde Wanderer verkauft. Wir lassen unseren Blick schweifen, über das tief eingeschnittene Tal, den Piz d’Artgas und dem bekannten Kistenstöckli das uns bereits von unserer Wanderung zur Muttseehütte auf der anderen Seite der Bergkette gut bekannt ist.

Weg zur Alp Nova
Weg zur Alp Nova
Panorama Kistenstöckli

Von der Alp Nova geht es weiter Aufwärts bis zum Punkt 1876 hier wandern die allermeisten weiter in nördlicher Richtung zum Val Frisal doch man sollte hier einen kleinen Umweg einlegen der allerdings nochmals 200 Höhenmeter mehr bedeuten, die sich aber definitiv lohnen, wie wir finden.

Alp Nova
Wegweiser Alp Nova
Wanderweg Alp Nova

Weiter zur Alp Nova Sura

So folgen wir dem Wegweiser in Richtung Alp Nova Sura (1989 Meter), die wir nach rund 20 Minuten erreichen. Genauso wie an der Alp Nova kann man auch hier ins Val Frisal absteigen was wir später auch tun werden. Doch zuerst müssen wir weitere 100 Höhenmeter überwinden um zum Aussichtspunkt Crap Cavigliauna zugelangen, der nördlich der Alp Nova Sura liegt.

Alp Nova Wegweiser
Bach bei Alp Nova Sura
Alp Nova Sura Wegweiser

Aussichtspunkt Crap Cavigliauna

Der Weg zum Aussichtspunkt ist grösstenteils nur mit Weiss-Rot-Weiss Steinen markiert aber nicht sonderlich schwierig. Der Crap Cavigliauna ist eine riesige Fels (Crap) Erhebung am Eingang des Val Frisal. Im ersten Moment erkennt man gar nicht wie hoch er ist da man nur aus dem Val Frisal und von Rand seine wahre Höhe sieht. Etwas unterhalb des Crap Cavigliauna liegt ein kleiner See, der vermutlich durch Schmelzwasser gespeist wird und je nach Jahreszeit kleiner oder grösser ist.

Weg Crap Cavigliauna
Weg Crap Cavigliauna
Weg Crap Cavigliauna
See Crap Cavigliauna

Oben angekommen ist der Ausblick gewaltig direkt vor unseren Füssen rund 200 Meter tiefer liegt das Val Frisal. Der Blick gleitet über die Brigelser Hörner, den Crap Grond, bis zum Piz Frisal. Von den einst mächtigen Gletschern, die das Tal geformt haben, ist heute so gut wie nichts mehr zu sehen einzig an den Brigelser Hörnern und unterhalb des Bifertenstock hat es noch grössere Gletscherfelder aber selbst sie werden wohl in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten verschwinden.

Blick Val Frisal
Blick Val Frisal
Blick Val Frisal
Panorama Berg Val Frisal

Nachdem wir nun über 800 Höhenmeter geschafft haben, legen wir eine längere Pause am Crap Cavigliauna ein und essen unser mitgenommenes Picknick. Mit uns sind nur eine Handvoll Wanderer am Aussichtspunkt da die meisten den direkten Weg ins Val Frisal wählen. Beim Blick hinunter ins Tal sehen mehr als Zweidutzend Paare, Familien und Einzelwanderer, die wie wir das Val Frisal an diesem Pfingstwochenende erkunden wollen.

Crap Cavigliauna
Blick vom Crap Cavigliauna
See am Crap Cavigliauna
Crap Grond
Panorama Val Frisal

Nachdem frühen Mittagspicknick machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur Alp Nova Sura wo wir den Weg steil abwärts zum Punkt 1909 nehmen, wo wir auf den Wanderweg von der Alp Nova stossen.

Panorama

Val Frisal

Ab hier wird es nun merklich voller. Bis ins Val Frisal sind es nur noch wenig Minuten, dann stehen wir direkt davor, oberhalb einer kleinen Hütte hat man den besten Blick ins Tal hinein. Wie bereits vom Crap Cavigliauna ersichtlich sind viele Menschen mit uns unterwegs auch sie geniessen die herrliche Landschaft viele erkunden den Eingang der Hochebene oder haben es sich auf den vielen Felsblöcken oder grünen Schutthügeln gemütlich gemacht.

Wegweiser am Wanderweg
Crap Cavigliauna
Wildschutzgebiet
Panorama Val Frisal

Am Tal Eingang hat es eine kleine Brücke zum Überqueren des Flembaches von hier laufen wir immer an der nördlichen Talseite nach hinten zum Gletschervorfeld. Je nach Jahreszeit kann dies durch Schmelzwasser und Flusslauf einfacher oder schwieriger sein. Wir kommen allerdings sehr gut voran da wir nur wenige Flussläufe queren müssen.

Wegweiser Frisal
Schneefeld Val Frisal

Die Hochebene zeigt sich sehr vielfältig am Anfang noch in Grün und Braun tönen ändert sich dies je weiter man sich dem Talende nährt hier dominiert Sand, Schutt und die Farbe Grau die Landschaft, letzte Schneefelder an den Talhängen schmelzen langsam unter der Sonne dahin. Bis zum Ende des Val Frisal und dem Gletschervorfeld sind es rund 2,5 km.

Hochebene Frisal
Fussabdrücke
Hochebene Frisal
Panorama Val Frisal

Wir sind allein unterwegs und bahnen uns einen Weg entlang von ausgetrockneten Flussbetten zum Talende. An den grossen Schneefeldern beenden wir unseren Vorstoss und machen kehrt zurück zum Ausgangspunkt.

Blumen im Val Frisal
Val Frisal Hochebene
Panorama Val Frisal

Zurück nach Breil Brigels:

Da die Zeit wie im Fluge vergangen ist, treten wir den Rückweg nach Breils Brigels an wir nehmen, den direkten weg zurück dieser verläuft immer am Flembach entlang. Bis zum Punkt 1529 wo wir wieder auf den Weg stossen, den wir bereits am morgen genommen haben. Unterwegs passieren wir eine grosse Schlucht, die der Fluss gegraben hat und queren einige kleine Bäche.

Rückweg
Bach im Val Frisal
Wanderweg Frisal

Am Rastplatz Chischarolas nehmen wir nun den westlichen Weg zurück nach Breils Brigels. Dass wir am späten Nachmittag erreichen. Am Kiosk am Lag da Breil gönnen wir uns ein kühles Getränk und lassen nochmals die Wanderung Revue passieren.

Zurück Breils

Rücksicht und Respekt:

Wir bitten darum, dass alle Wanderer sich an die Regeln, die vor Ort herrschen, auch halten und anderen mit Rücksicht und Respekt begegnen. Leider muss man immer wieder beobachten wir Personen ihren Mühl und Unrat einfach liegen lassen oder Verbote, die in der Region gelten brechen. Damit alle diese einmalige Natur geniessen können müssen wir alle Rücksicht nehmen auf die Natur, die Tiere und alle Mitmenschen.

Mehr Informationen:

Surselva Tourismus – Alles zur Region Surselva mit Wandervorschlägen, Events, Veranstaltungen und Hotel Tipps.

Graubünden Tourismus – Seite des Tourismusverband Graubünden

HALT nicht so schnell!!!

Noch mehr Ausflugsideen und Wanderungen im Kanton Graubünden…

Fazit:

Die abwechslungsreiche Wanderung ins Val Frisal ist ein Traum. Dies muss man sich aber erst erlaufen da die Strecke doch recht lang ist und mit rund 1000 Höhenmeter auch teils recht steil. Aber für geübte Wanderer sollte das kein Problem darstellen. Der Umweg zum Aussichtspunkt Crap Cavigliauna lohnt sich auf jeden Fall da man von hier aus mit die beste Aussicht über das Val Frisal hat. Im Tal selber sollte man mit der gebotenen Rücksicht auf die Natur das Tal erkunden da es sich je nach Jahreszeit sehr vielfältig zeigt.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die Wanderung am Aletschgletscher oder den Stadtrundgang in Stein am Rhein.

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