Linthal Glarus

Linthal und Umgebung unterwegs im Süden des Kanton Glarus

Wer unserem Blog aufmerksam verfolgt, wird sicherlich festgestellt haben, dass wir immer wieder im Glarnerland unterwegs sind, das lang gestreckten Tal, das im Norden in der Linthebene zwischen dem Zürichsee und dem Walensee seinen Anfang nimmt und nach Süden bis nach Linthal und weiter bis zum Tödi verläuft. Hier am Ende des Glarnerland wo der Klausenpass in vielen Kehren hinauf zum Urnerboden verläuft und der Urlaubs- und Ferienort Braunwald liegt sind wir gerne zu Besuch. Es ist die Ruhe und die ländliche Atmosphäre die uns immer wieder aufs neue fasziniert von dieser Region. Wir möchten euch bei einem Spaziergang durch Linthal und Umgebung mitnehmen und die schönsten Sehenswürdigkeiten und Orte zeigen, die man bei einem Ausflug entdecken kann.

Anreise nach Linthal

Mit dem ÖV erreicht man Linthal mit der stündlich fahrenden S25 von Zürich aus oder an Samstagen, Sonn- und allg. Feiertagen zusätzlich mit der S6 (5x Verbindungen) aus Rapperswil. In den Sommermonaten, solange der Klausenpass geöffnet ist, verkehrt die Klausenpass-Linie (Postbus) von Flüelen nach Linthal. Für die Anreise gibt es zum einen das Auto, von der Autobahnabfahrt Niederurnen braucht man circa 30 Minuten bis nach Linthal. Parkplätze gibt es ausreichend am Bahnhof von Linthal.

Linthal und Umgebung

Das Grosstal zwischen Schwanden im Norden und Tierfehd im Süden wird geprägt durch das kleine Dorf Linthal. Bis 2011 war das Dorf eine eigenständige Gemeinde im Kanton Glarus und wurde per 1.1.2011 mit weiteren Dörfern zusammengelegt zur neuen Gemeinde Glarus Süd. Linthal mag auf den ersten Blick sehr unscheinbar wirken hat aber einiges zu bieten, das mehr als einen Besuch wert ist.

Hinter der Kantonshauptstadt Glarus und dem Dorf Schwanden wo der Fluss Sernf in die Linth fliesst, beginnt das Grosstal von wo man bereits einen herrlichen Blick auf die Gipfel der Glarneralpen hat, am bekanntesten ist der 3614 Meter Hohe Tödi der höchste Gipfel der Glarneralpen.

Für die Erkundung von Linthal und Umgebung startet man am besten am Bahnhof Linthal. Direkt gegenüber an der Bushaltestelle gibt es zwei Informationstafeln, eine über die regionalen Wanderwege und eine zweite über den Glarner Industrieweg der durch Linthal führt.

Blick auf den Tödi
Bahnhof Linthal

Für unsere Erkundungstour von Linthal wählen wir eine Route gegen den Uhrzeigersinn. Über die Ennetlinthstrasse läuft man in südliche Richtung, dabei geniesst man einen fantastischen Blick auf die Bergwelt, die einen umgibt besonders ins Auge sticht dabei der Chamerstock den man über den Fisetengrat erwandern kann oder auf der gegenüberliegenden Seite das Hauserhorn hinter dem der bekannte Limmerensee liegt. Neben der Bergkulisse gibt es in Linthal viele historische Gebäude aus der Zeit der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert. Wer auf der Fahrt durchs Glarnerland die Augen offen hält, wird immer wieder an ehemaligen Fabrikgebäude vorbeikommen, die früher einmal zum grossen Teil Spinnerei waren.

Am Ende einer langgezogenen Wiese befindet sich ein ehemaliges Kosthaus dieses besass kleine Wohnungen zu einem niedrigen Mietzins und wurde um 1870 von der Spinnerei Kunz erbaut. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich weitere historische Wohngebäude, die für die damaligen Arbeiter gebaut wurden.

Klausenpass

Am Ende des ehemaligen Arbeiterviertel erreichen man die berühmte Klausenpassstrasse, die hier ihren Ausgangspunkt hat. Bevor die heutige Strasse erbaut wurde, gab es einen Saumpfad über den Klausenpass bis ins Reusstal. 1899 wurde die Passstrasse erbaut, in den 30er-Jahre wurde die Strasse geteert und erlangte ab den 50er-Jahren mehr und mehr an Bedeutung nicht für den Transport, sondern vielmehr für den Tourismus. Macht man sich heute an einem schönen Wochenende auf zum Klausenpass ist man nie allein unterwegs hunderte Auto und Motorradfahrer sind mit einem unterwegs.

Klausenpass

Auch wir sind regelmässig am Klausenpass unterwegs meistens unternehmen wir Wanderung von der Passhöhe zum Gletschersee „Griessli“ unterhalb des Clariden oder wandern am Fisetenpass der auch im Winter ein lohnendes Ziel ist, wenn der Klausenpass zwischen Spiringen und Unterschächen geschlossen ist.

Blick über den Klausenpass
Aussichtspunkt Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

An der Auffahrt zum Klausenpasses beginnt an einem Feld nur durch ein kleines Schild markiert der Interniertenweg dieser wurde während des 1. Weltkriegs von deutschen Soldaten erbaut die in Linthal interniert waren, er verläuft am Berghang entlang bis zum Bahnhof. Ein Stück weiter die Passstrasse entlang erreicht man das Ausgleichsbecken des Linth-Limmeren Kraftwerks von hier hat man einen wunderschönen Ausblick über das Dorf und seine Umgebung am besten macht man hier eine kleine Pause oder sogar ein Picknick.

Interniertenweg Linthal

Über die Klausenstrasse geht es wieder zurück ins Dorf, nächste Station ist der alte Kirchturm von Linthal der versteckt hinter einem Schutzdamm in der Nähe des Volg Laden liegt. Die erste Kirche wurde um 1283 direkt am Hang des Kilchenstock erbaut. Wegen eines drohenden Bergsturzes am Kilchenstock wurde 1906 eine neue Kirche abseits der Gefahrenzone erbaut, von der alten Kirche blieb nur der Kirchturm erhalten, der heute ein Wahrzeichen von Linthal ist.

Kirchturm Linthal
Kirchturm Linthal

Vom Kirchturm läuft man über die Hauptstrasse zur Neuen Katholischen Kirchen von Linthal über die Seggenstrasse geht es zum Linthpark Glarus Süd, der markante Gebäudekomplex der ehemaligen Spinnerei Kuhn wurde umfunktioniert zu einem Wohn, Arbeit und Gewerbekomplex. Im Angeschlossenen Linthpark Cafê kann man sich bei einem Cafe oder Essen stärken.

Braunwald

Hinter dem Linthpark geht es zur Talstation der Braunwald Bahn diese fährt in 4 1/2 Minuten die 580 Höhenmeter hinauf auf die Bergterrasse, wo der Ferienort Braunwald liegt. Braunwald ist Autofrei und zieht besonders im Winter viele Wintersportler an, aber auch im Sommer gibt es viele hervorragende Wandertouren zu entdecken.

Braunwald Talstation
Braunwald

Wenn man schon einmal in Linthal ist, sollte man unbedingt einen Abstecher zum Berglistüber Wasserfall machen dieser liegt circa 3,6 km den Klausenpass Bergaufwärts an einer Haarnadelkurve. Hier und da bezeichnet man den Berglistüber Wasserfall auch als schönster Wasserfall der Schweiz und wer ihn gesehen hat, wird dies sicherlich bestätigen können. Alles Wissenswerte zum Wasserfall findet ihr in unserem Beitrag: Ausflug zum Berglistüber Wasserfall

Bergli Schild
Berglistüber-Wasserfall
Berglistüber-Wasserfall

HALT nicht so schnell!!!

Noch mehr Ausflugsideen und Wanderungen im Kanton Glarus

Mehr Informationen auf Websites & Blogs:

Glarner Industrielehrpfad – Hier findet man alle Routen des Industriepfads im Glarnerland.

Fazit:

Tausende von Autos fahren im an schönen Wochenenden im Sommer durch Linthal, aber von Ort selber und seiner unmittelbaren Umgebung bekommen nur wenige etwas mit, es geht meist ruhig gemächlich daher, aber das ist auch nicht weiter schlimm. Gerade diese Ruhe gemischt mit dem Charme der Vergangenheit macht das besondere aus. Neben den architektonischen Besonderheiten aus der Industriezeit ist auch die Natur mit dem Berglistüber Wasserfall oder den vielen Wandertouren ein grosser Anziehungspunkt der einen Besuch lohnt.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die Gletscherwanderung auf dem Aletschgletscher oder den Stadtrundgang in Stein am Rhein.

Kennt auch ihr den Ort Linthal und den Klausenpass oder wisst andere schöne Orte oder Städte, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

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