Plaine Morte Sonnenaufgang

Sonnenaufgangsfahrt zum Plaine Morte Gletscher bei Crans Montana

Seit einigen Jahren machen wir im Sommer und Herbst immer wieder Sonnenaufgangsfahrten auf bekannte wie auch unbekannte Berge. Immer mal wieder stossen neue Anbieter dazu so auch Crans Montana sie führen erst in der zweiten Saison die Sonderfahrt durch. Grund genug für uns sie mitzumachen und euch nun hier vorzustellen. Von Ende Juli bis Anfang September hat man bei passendem Wetter die Chance den Sonnenaufgang auf dem Plateau des Plaine Morte Gletschers zu erleben und zu bestaunen. Wer findet, eine Sonnenaufgangsfahrt wäre zu simpel und einfach der erwandert sich einfach sein Ziel.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: Anfang September 2020
  • Wo: Plaine de la Morte bei Crans Montana
  • Übernachtung: 1x Nacht
  • Budget: 60 CHF pro Person mit Frühstücksbuffet (Kinder 35 CHF)
  • Highlights: Sonnenaufgang und Bergpanorama, Frühstücksbuffet
  • Schwierigkeit: leicht – Trittsicherheit notwendig
  • Route: Gipfelregion
  • Kilometer: 6 km
  • Höhendifferenz: 400 Meter
  • Zeit Tour: 4–5 Stunden

Crans Montana im Wallis

Ausgangspunkt für unsere Sonnenaufgangsfahrt ist die Gemeinde Crans Montana die auf einem Hochplateau bei nördlich von Siders im Rhonetal liegt. Da der Sonnenaufgang bekanntlich am frühen Morgen ist, sollte man sich Gedanken machen über die Anreise entweder man übernachtet vor Ort bereits einen Tag zuvor oder man fährt so wie wir sehr zeitig am Morgen los, was für uns bedeutete um 1:30 Uhr loszufahren. Treffpunkt ist die Talstation Zaumiau in Crans Montana. Man muss sagen das die Talstation und ihre Umgebung den Architektonischen Charme der 60er oder 70er-Jahre ausstrahlt alles wirkt sehr in die Jahre gekommen und wirkt nicht gerade gepflegt. Vermutlich wirkt im Winter alles etwas freundlicher durch den Schnee. Vor der Station wird man von zwei Mitarbeitern empfangen, insgesamt sind rund 40 Leute mit auf der Sonnenaufgangsfahrt. Um 5:40 Uhr geht es mit umsteigen in der Station Violettes hinauf auf den Plaine Morte.

Crans Montana
Crans Montana Seilbahn

Sonnenaufgang am Pointe de la Plaine Morte

Um 6:10 Uhr erreichen wir die Bergstation, noch dominiert der Mond den Himmel aber am Horizont kündigt sich der kommende Sonnenaufgang bereits an. Doch zuvor müssen wir noch den Pointe de la Plaine Morte besteigen ein Hügel direkt neben der Bergstation. Obwohl er nicht riesig hoch ist, macht der Aufstieg doch recht zu schaffen, dass frühe aufstehen und die Höhe machen sich doch bemerkbar. Auf dem Gipfel steht ein recht futuristisch anmutender Bau, dies ist eine Radarstation die zum Wetterradar Netzwerk des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie gehört.

Wetter Radar Plaine Morte
Sonnenaufgang Plaine Morte
Sonnenaufgang Plaine Morte

Nun heisst es warten, von Langeweile kann aber nicht die Rede sein dafür ist bereits jetzt die Aussicht zu beeindruckend, markant am Horizont zeigt sich das 4505 Meter Hohe Weisshorn oder der höchste Berg der Alpen mit 4810 Metern der Mont Blanc. Wenige Minuten bevor der eigentliche Sonnenaufgang beginnt, fängt bereits ein leichtes Alpenglühen an das Weisshorn, der Mont Blanc, der Dom und das Täschhorn werden in zarten Lila und Orang Tönen beleuchtet.

Sonnenaufgang Plaine Morte
Berggipfel Sonnenaufgang
Mont Blanc beim Sonnenaufgang
Sonnenaufgang Plaine Morte

Um 7:04 geht es los, die Sonne schiebt sich langsam zwischen Breithorn und Nesthorn die das Lötschental flankieren den Himmel empor. Nur wenige Minuten dauert das Schauspiel an dann hat die Sonne den neuen Tag eingeläutet. In westlicher Richtung zeigt sich das Wildhorn mit seinem gleichnamigen Gletscher in sanftem Gelbton. Wir sind wie erstarrt über diesen schönen Anblick, der sich uns bietet.

Sonnenaufgang Plaine Morte
Plaine Morte Sonnenaufgang
Plaine Morte Sonnenaufgang
Plaine Morte Sonnenaufgang
Sonnenaufgang Plaine Morte

Irgendwann sind nur noch wir und einer der Begleitpersonen auf dem Gipfel, die anderen sind bereits zur Bergstation zurückgekehrt zum Frühstücksbuffet nach einiger Zeit treten auch wir den Weg zum Restaurant an. Das Restaurant kann wie auch die Bergstation und Talstation ihr Alter nicht verbergen alles wirkt wie aus ferner Vergangenheit, trotzdem ist es gemütlich. Das Personal ist super freundlich und immer zur Stelle das Buffet ist klein hat aber alles zu bieten, ohne wirkliche Highlights zu setzen, einzig der Kuchen ist wirklich hervorragend. So geniessen wir das Essen und lassen die schönsten Momente des Sonnenaufgangs Revue passieren.

Plaine Morte Sonnenaufgang
Plaine Morte Sonnenaufgang
Bergrestaurant Plaine Morte

Plateaugletscher Plaine Morte

Ordentlich gestärkt geht es wieder hinaus ins Freie. Die meisten Leute habe bereits die erste Gondel zurück nach Crans Montana genommen mit uns sind nur noch gut eine Handvoll weiterer Menschen auf dem Plaine Morte. Nochmals besteigen wir den Pointe de la Plaine Morte mit seinem eher untypischen Radarturm. Der riesige Plateaugletscher liegt nun komplett im Sonnenlicht vor uns. Er wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie ein Gletscher, sondern vielmehr wie eine einfache aber gigantische Schneefläche. Der Glacier de la Plaine Morte ist mit rund 7,5 km² der grösste Plateaugletscher der Alpen. Die maximale Eisdicke beträgt circa 226 Meter und die grösste Ausdehnung rund 5,2 km. Er liegt auf der Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Rhone. Der Glacier de la Plaine Morte hat nur eine Gletscherzunge den Retzligletscher der zwischen Wildstrubel und Gletscherhore nach Norden hin abfliesst. In den Sommermonaten, wenn die Schneedecke nur noch dünn oder gar nicht vorhanden ist, werden dem genauen Beobachter grosse Kreisförmige Vertiefungen auf der Gletscheroberfläche auffallen dies sind Gletschermühlen und entstehen durch Wasser. Bei dem jetzigen Masseverlust wird der Plaine Morte Gletscher im Jahre 2100 verschwunden sein. Plaine Morte ist französisch und heisst Tote Ebene was aber nicht auf den Gletscher zutrifft.

Wer sich für Gletscher interessiert, sollte sich unseren Artikel zu Wanderungen entlang von Gletschern anschauen.

Pointe de la Plaine Morte
Plaine Morte Gletscher
Plaine Morte Gletscher
Plaine Morte Gletscher

Der 2926 Meter Höhe Pointe de la Plaine Morte hat einen fantastischen Fernblick über die Walliser Alpen zu bieten Angefangen links mit dem Mont Blanc über den La Grand Combin, den La Dent-Blanche bis zum auffälligen Weisshorn. Gerade am Morgen wenn die Sonnen die Gipfel seitlich beleuchtet kommen sie richtig zur Geltung.

Blick auf das Wildhorn
Walliser Alpen
Weisshorn Wallis

Wanderung zur Wisshorelücke und zum Pointe de Vatseret

Vom Pointe de la Plaine Morte geht es rund 200 Höhenmeter hinab zum da in den Tagen zuvor bereits Schnee gefallen war, sind die Wege hier und da sehr matschig und rutschig. An dem markanten Hügel Vatseret, den wir erst auf dem Rückweg besteigen, laufen wir vor bei. In dem kleinen Tal, in dem wir uns nun befinden, laufen wir etwas abseits der Wege und erkunden das Gletschervorfeld es liegt teils sehr viel Mühl herum von Drahtseilen über Eisenstangen bis zu Flaschen findet man vieles. Zurück auf dem Wanderweg geht es nun hinauf zur Wisshorelücke. Der genaue Beobachter wird bereits am Anfang der Wanderung auf dem Wisshore Gebäude entdeckt haben, diese gehören der Schweizer Luftwaffe und dienen der Luftraumüberwachung mit dem Einsatzleitsystem FLORAKO.

Wanderweg Plaine Morte
Wanderweg Plaine Morte
Blick auf Wisshore
Blick auf Rohrbachstein

Das Gebiet des Plaine Morte ist ein Eldorado für Mountainbiker verschiedene Abfahrten zurück ins zur Gondelstation bieten genug Nervenkitzel. Was uns positiv auffiel, war die Rücksichtnahme aufeinander ob nun Wanderer oder Mountainbiker. Nach rund 60 Minuten haben wir die Wisshorelücke erreicht von hier geht der Blick runter zur Wildstrudelhütte SAC und weiter bis ins Obersimmental.

Weg Wisshorelücke
Weg Wisshorelücke
Blick Wisshorelücke
Panoramabild Wisshorelücke

Auf dem Plateau an der Wisshorelücke bleiben wir noch einige Zeit und schauen gebannt auf die wunderschöne Landschaft, die sich rings um uns darbietet. Es bieten sich verschiedene Route an die man weiter gehen kann zum Beispiel zum Rohrbachstein oder ins Iffigtal. Wir machen kehrt und gehen den Weg zurück dabei verlassen wir den Wanderweg und machen einen Abstecher auf den Pointe de Vatseret der sich majestätisch am Gletscherrand erhebt. Die letzten Meter hinauf verlangen nach dem Einsatz der Hände und etwas Schwindelfreiheit. Vom Gipfel aus hat man einen tollen Ausblick über den Gletscher und ins Tal Plaine Morte Huiton.

Wildstrudelhütte
Wisshorelücke
Rohrbachstein
Plaine Morte Gletscher

Für den Rückweg zur Bergstation gehen wir am Gletscherrand entlang dabei passiert man einen kleinen Namenlosen See bevor es steil zum Rezlipass hinaufgeht. Auch hier findet man wie an vielen Stellen Hinterlassenschaften aus der Wintersaison. Vom Col du Se Mort Rezlipass geht es zurück zur Bergstation die uns mit Zwischenstopp wieder nach Crans Montana bringt. Bei sommerlichen Temperaturen geht es weiter auf unserem Ausflug im Wallis.

Gletscheroberfläche
Kleiner See
Wegweiser Plaine Morte
Mittelstation
Panorama Plaine Morte

Grimentz im Val d´Anniviers 

Unser letztes Ziel für den Tag war der kleine Ort Grimentz im Val d´Anniviers ein Tal das sich auf der gegenüberliegenden Seite von Crans Montana befindet. Die Anfahrt über die sehr Kurvenreiche Strecke zieht sich beträchtlich in die Länge für die 35 km braucht man rund eine Stunde. Wir haben uns sofort in den kleinen Charmanten Ort verliebt mit seinen typischen Holzhäusern und einem fast schon kitschigen Flair haben wir uns gleich wohlgefühlt. Wir hatten uns im kleinen Hotel Cristal einquartiert das am Ende des Ortes Grimentz liegt. Von hier haben wir dann auch den kleinen Ort bei einem Spaziergang erkundet.

Dorf Grimentz
Dorf Grimentz
Dorf Grimentz
Dorf Grimentz

Mehr Informationen auf Websites & Blogs:

Bergbahnen Crans Montana – alles zu den Bergbahnen und der Region um Crans Montana offizielle

Val d’Anniviers – Offizielle Tourismus Seite des Val d’Anniviers

Wallis – Alle rund ums Wallis von Aktivitäten bis zu Buchungen

Fazit:

2020 haben wir so einige Sonnenaufgangsfahrten gemacht vom Säntis über den Chäserrugg bis zum Titlis. Die Sonderfahrt auf den Plaine Morte gibt es nur zu wenigen Terminen in der Saison mal sollte also seine Chance nutzen wenn man sie hat. Der Sonnenaufgang selber ist sehr schön, kann aber nicht ganz mit den anderen Gipfeln mithalten. Dafür hat man viele Möglichkeiten die Hochebene zu erkunden. Preislich bewegt sich die Sonnenaufgangsfahrt im normalen Rahmen und ist ihren Preis absolut wert.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die Rundwanderung zum nördlichsten Punkt der Schweiz oder den Stadtrundgang in Stein am Rhein.

Kennt auch ihr die Sonnenaufgangsfahrt zum Plaine Morte oder wisst andere schöne Orte oder Städte, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

Wollt ihr mehr Bilder unserer Reisen und Wanderungen sehen dann folgt uns auf Instagram, Pinterest oder Facebook….

Pinterest Pin:

Pinterest Plaine Morte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü