Jöriseen am Flüelapass Davos Klosters

Herbst Wanderung vom Flüelapass zu den Jöriseen

Auf der Suche nach neuen Wanderungen ist die Anzahl an Möglichkeiten schier unendlich gross. Eine Inspirationsquelle für uns sind die sehr guten Rother Wanderführer die wir von verschiedenen Regionen in der Schweiz haben. Allerdings sind die Touren im Buch oft nur spärlich bebildert. Ganz anders sind da Beiträge oder Berichte in Netz sie sind oft reichlich mit schönen Bildern geschmückt und wecken zugleich die Neugier auf mehr. So auch bei diesem Artikel in der 20 Minuten Online Ausgabe dort ging es um die schönsten Herbstwanderungen.

Ein Bild übte in diesem Beitrag eine ganz besondere Faszination aus, es zeigte zwei der Jöriseen in strahlenden blau bis türkis und die Umgebung in herbstlichen braun bis rot Tönen.
Schnell war der Ursprung des Bildes und auch die passende Wanderung gefunden. Leider, war es bereits zu spät, denn der Schnee hat die Region bereits fest im Griff. Und auch der Anspruch der Wanderung war uns noch zu schwierig, da wir unsere Wanderleidenschaft erst seit kurzer Zeit nachgingen. So reifte der Plan in uns die Wanderung zu den Jöriseen, als auf das nächste Jahr zu verschieben, wenn wir bereits Erfahrung und Kondition gesammelt haben.
Ende Oktober 2018 hatten wir einen herrlichen Sommer und viele Wanderungen bereits hinter uns und wir wollten zum Abschluss unseren Plan in die Tat umsetzen und so starteten wir zur Wanderung zu den Jöriseen am Flüelapass alles weitere nun im Beitrag.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

    • Wann: Ende Oktober 2018
    • Wo: Flüelapass Wägerhus
    • Wie: Auto und zu Fuss
    • Übernachtung: keine Übernachtung
    • Budget: kein Geld notwendig
    • Highlights: Bergpanorama und die Jöriseen
    • Schwierigkeit: Mittel (kurzer steiler Abschnitt mit Seilen gesichert) 
    • Route: Parkplatz Wägerhus – Winterlücke – Gletschervorfeld – Jörisee/Jörital – Jörifüelafurgga – Parkplatz Wägerhus
    • Kilometer: 12 km
    • Höhendifferenz: 770 Meter
    • Zeit: 6 Stunden

Wägerhus am Flüelapass bei Davos:

Die Wanderung zu den Jöriseen startet für die meisten Wanderer am Wägerhus, einer ehemaligen Schützhütte 2,5 km östlich der Passhöhe vom Flüelapass. Der 2383 Meter hohe Gebirgspass verbindet Davos im Landwassertal mit Susch im Unterengadin. Am Wägerhus hat es eine Bushaltestelle oder für alle, die mit dem Auto anreisen einen Parkplatz der im Sommer aber schnell überfüllt sein kann.

Wägerhus am Flüelapass

Winterlücke erstes Etappen Ziel:

Am Wägerhus zeigt der erste Wegweiser empor zur Winterlücke, unserem ersten Etappenziel. Der Weg schlängelt sich bereits am Anfang mit anspruchsvoller Steigung dem Hang hinauf. Immer wieder wird man gerade zu gezwungen innezuhalten und den Blick zurück zum Flüelapass zu richten, wo die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel des Schwarzhorns bedächtig in Szene setzt.

Schwarzhorn am Flüelapass

Auf dieser Tour nutzen wir auch das erste Mal unsere Wanderstöcke, die wir geschenkt bekommen haben. Das Laufen Bergauf und Bergab ist damit um einiges einfach und entspannter als ohne.

Panorama Schwarzhorn am Flüelapass

An der ersten Weggabelung muss man sich nun entscheiden, welchen Weg man gehen möchte. Nach rechts in Richtung Winterlücke macht man die Wanderung gegen den Uhrzeigersinn. Der Vorteil ist, das man das bessere Licht hat zum Fotografieren. Nachteil ist das man das letzte recht anstrengende Stück hoch zur Jöriflüelafurgga Bergauf überwinden muss.

Weggabelung Winterlücke Jöriseen

Wählt man an der Gabelung den linken Weg, hat man den Vorteil, das man die steilen Abschnitte mehrheitlich abwärts geht, leider hat man die meiste Zeit die Sonne in ungünstiger Position. Ein weiterer Grund ist das wir lieber steile Abschnitte bergauf laufen als bergab. Deshalb haben wir uns für die Variante gegen den Uhrzeigersinn entschieden.

Der Weg verläuft anfangs über gute Wanderwege immer in Richtung Winterlücke. Nach weiteren 100 Höhenmetern ändert sich der Untergrund und man muss über Geröllfelder den Weg bahnen. Auch hier machen wir immer wieder Pausen denn der Weg verlangt einem einiges ab, aber auch die Landschaft zieht einen magisch in ihren Bann.

Schwarzhorn am Flüelapass

In ca. 30–40 Minuten haben wir das kleine Tal unterhalb des Flüela Wisshorn und der Winterlücke erreicht. Kurze Zeit verläuft der Weg wieder eben und man kann Kraft tanken für den letzten Abschnitt, vor dem ersten Etappen Ziel.

Wanderweg zur Winterlücke Jöriseen
Schwarzhorn am Flüelapass

Der Weg wird nochmals schwieriger und steiler teils muss man kleine Klettereinlagen vollführen, aber dann nach rund 600 Höhenmetern hat man die Winterlücke erreicht.

Winterlücke bei den Jöriseen

Die gesamte Zeit hat man auf diesen Moment hin gefiebert das man die Anhöhe erreicht und das erste Mal das Tal mit den Jöriseen sieht. Allerdings bekommt man nur einen Teil der Seen zu sehen. Der grösste Teil liegt noch versteckt hinter einem Bergrücken.

Jöriseen von Winterlücke aus

Trotz allem ist der Rundblick beeindruckend. Ob nun Richtung Jöriseen und der Gipfel des Silvrettamassivs oder zurück zum Flüelapass mit dem 3145 Metern hohen Schwarzhorn. Bevor es nun weiter zu den Seen geht machen wir eine kurze Pause um zum einen den Ausblick zu geniessen und um wieder die Kräfte zu sammeln.

Schwarzhorn am Flüelapass

Jörigletscher:

Von der Winterlücke geht es nun bergab zu den ersten drei Jöriseen. Man hat Teils noch die Chance einen Blick auf die Reste des Jörigletschers zu werfen. Dieser bedeckte einmal das gesamte Gebiet vor einem.

Jörigletscher und Jöriseen

Allerdings sollte man nicht erwarten das man mit einem Anblick wie am Morteratsch- oder Rhönegletscher bekommt. Vom Jörigletscher ist nicht mehr viel übrig geblieben. Und wie bei allen Gletschern in den Alpen und anders wo wird auch der Jörigletscher in absehbarer Zeit völlig verschwunden sein. Was dann mit den Jöriseen geschehen wird lässt sich leider nur erahnen.

Jörigletscher und Jöriseen

Die ersten Jöriseen:

Die ersten Jöriseen sind bereits sehr beeindruckend, wenn es Windstill ist spiegeln sich die Gipfel in der Wasseroberfläche wieder. Teils hat es noch alte Schneefelder die sich in schattigen Abschnitten der Sonne entziehen konnten.

Panorama und Spiegelung im Jörisee

Es lohnt sich jeden See einen kurzen Besuch abzustatten, den man wird, immer wieder mit neuen schönen Motiven belohnt. Hier holen uns die ersten anderen Wanderern ein die Tour genauso wie wir gegen den Uhrzeigersinn machen. Wir lassen sie alle überholen und haben kurze Zeit später wieder die Seen für uns allein.

Spiegelung im Jörisee
Spiegelung im Jörisee

Rund eine Stunde sind wir mit Fotografieren beschäftigt nur langsam kommen wir vor ran, da an jeder Ecke wieder ein Motiv wartet. Dann haben wir den Bergrücken der den Blick aufs Jörital und die grossen Jöriseen versperrt passiert. Mit einem Mal öffnet sich der Blick auf das Tal und vier prächtige Seen präsentieren sich in bestem Licht.

Spätestens hier weiss man warum man die Anstrengung auf sich genommen hat. Dieser Ausblick ist tatsächlich ein Highlight.

Blick ins Jörital mit Jöriseen

Der Weg geht einen Geröllhang hinab zum zweit grössten See. Der Blick liegt stets auf dem tollen Panorama, das vor einem liegt. Immer wieder halten wir an da wir uns nicht satt sehen können. Nach rund 20 Minuten haben wir das Geröllfeld hinter uns gelassen und haben das Jörital erreicht.

Das Jörital:

Die Jöriseen bestehen je nach Jahreszeit und Wasserstand aus bis zu 13 einzelnen Seen. Die grössten davon liegen im Jörital. Viele kleinere Seen liegen oberhalb des Tales am Fusse des Jörigletschers. Bei unserem Besuch, war ein Teil der Seen ausgetrocknet, nur an den Umrissen waren die ursprünglichen Seen zu erahnen. Der grösste See wird unterirdisch von Jörigletscher gespeist.

In unterschiedlichen Farben von hellblau über grün bis türkis und von Glasklar bis milchig erstrahlt jeder der See in unterschiedlichem Licht. Der Kontrast von hochalpiner Landschaft mit seinen gedeckten Farben hin zu den auffälligen Farben der Seen machen diese Wanderung tatsächlich zu einem absoluten Highlight.

Panorama Jöriseen im Jörital am Flüelapass

Am Ufer des zweit grössten Jörisees entscheiden wir uns unser Picknick einzunehmen. Schnell haben wir eine gemütliche Ecke gefunden, wo wir uns das selbst gemachte Picknick schmecken lassen.

Jörisee im Jörital am Flüelapass

Nach dem Essen geht es durchs Tal weiter in Richtung des grössten Sees. Dieser liegt direkt hinter einer Anhöhe. Bevor man den See aber erreicht kommt man zur Weggabelung Jöriseen auf 2533 Metern Höhe. Hier kann man nun die Rundwanderung fortsetzen oder aber man wählt den Weg durchs Vereinatal zum gleichnamigen Berghaus Vereina. Von hier kann man weiter bis nach Klosters wandern oder man nimmt vom Berghaus aus den Shuttlebus.

Wegweiser im Jörital am Flüelapass
Jörisee im Jörital am Flüelapass
Glaskugel am Jörisee

Hinter der Weggabelung verläuft der Weg direkt zum See hinab. Hier trifft man auf die meisten Wanderer, viele Leute haben es sich am Ufer bequem gemacht nehmen ihr Picknick ein und geniessen die Herbstsonne.

Jörisee im Jörital am Flüelapass
Jörisee im Jörital am Flüelapass

Wir verlassen hier den Wanderweg und laufen am Ufer des grössten Jörisees entlang. Am Ende erklimmen wir eine Anhöhe wo wir wieder auf den Wanderweg treffen.

Jörisee im Jörital am Flüelapass
Jörisee im Jörital am Flüelapass

In nördlicher Richtung geht unser Blick ins Vereinatal hinab. Wo sich der gleichnamige Fluss seinen Weg bahnt. Jetzt heisst es nochmals alle Kräfte zu sammeln denn es geht an den für uns an strengsten Teil der Wanderung der Weg hoch zum Jöriflüelafurgga.

Blick aufs Vereinatal

Jöriflüelafurgga:

Kurz zur Begriffserklärung Furgga dieses Wort trifft man besonders im Bündner Land immer wieder an. Es stammt aus der romanischen Sprache und bedeutet Pass. So auch beim Jöriflüelafurgga was im Hochdeutsch dann einfach Jöriflüelapass heissen würde. Die Jöriflüelafurgga verbindet das Davoser Flüelatal mit dem Jöri- und Vereinatal auf Gebiet der Gemeinde Klosters.

Blick zum Jöriflüelafurgga

Direkt hinter dem letzten Jörisee führt der Wanderweg Teils in anspruchsvollen und auch steilen Passagen hoch zum Pass. Hier merken wir das die Tour doch einen gewissen Anspruch hat. Aber unterwegs wird man immer wieder zu anhalten gezwungen zum Teil, um kurz Durchzuatmen zum grössten Teil aber um die grossartige Aussicht zu geniessen.

Blick aufs Jörital und Jöriseen

Das letzte Stück zum Jöriflüelafurgga ist mit Seilen gesichert. Hat man diesen Abschnitt geschafft, ist man oben angekommen und wird nochmals mit einem grandiosen Rundblick auf die Jöriseen und das Silvrettamassiv belohnt.

Jöriflüelafurgga
Jöriflüelafurgga

Abstieg zum Flüelapass:

Nun geht es wieder Bergab durch das Müllersch Tälli geht der Weg zurück in Richtung Flüelapassstrasse.

Flüela Wisshorn
Blick auf den Flüelapass

Auf dem Weg liegt ein weiterer See, dem man einen Besuch abstatten kann. Wir verzichten darauf und folgen dem Weg weiter.

See oberhalb des Flüelapass

Nach rund 45 Minuten erreichten wir die Weggabelung, die wir bereits am morgen passiert hatten. Nach rund sechs Stunden erreichen wir das Wägerhus dem Ausgangspunkt unserer Rundwanderung. Erschöpft, aber auch glücklich über die tollen Eindrücke geht es auf die Heimreise.

Flüelapass

Eine Sache gab es noch, bevor wir wirklich die Heimreise antraten, und zwar wenige Kilometer vor dem Wägerhus liegt ein Grand Tour of Switzerland Foto-Spot und diesen wollten wir natürlich noch für unsere Grand Tour Foto Sammlung mitnehmen.

Grand Tour of Switzerland Foto-Spot Davos

Mehr Informationen:

Wer mehr zur Region Davos-Klosters wissen möchte, der sollte die Website von Tourismus Davos/Klosters besuchen.

Fazit:

Die Rundwanderung zu den Jöriseen war für uns ein krönender Abschluss eines tollen Jahres. Für uns als Wanderanfänger war die Tour nicht aussergewöhnlich anspruchsvoll aber dafür anstrengend. Für das nächste Jahr heisst das für uns das wir mehr Kondition aufbauen müssen.

Das die Jöriseen Wanderung mit zu den schönsten in der Schweiz gehört können wir persönlich nur bestätigen. Das alpine Terrain gepaart mit den farbenfrohen Seen zieht einen in den Bann. Unvergesslich ist der Moment, wenn man das erste Mal die grossen Seen zu Gesicht bekommt. Oder, wenn man oben an der Jörifüelafurgga steht und zurück auf die Seenkette schaut.

Ob man die Wanderung nun im Herbst oder Sommer macht, ist Geschmackssache, wir fanden den Zeitpunkt perfekt, die Landschaft hat einen schönen Kontrast zu den Seen und das Wetter war auch angenehm. Fotofreunde sollten die Tour gegen den Uhrzeigersinn machen, da man dann die Sonne die meiste Zeit im Rücken hat.

Eins sollte man bedenken, wenn man mit dem Auto anreist, die Parkmöglichkeiten am Wägerhus sind begrenzt und es empfiehlt sich früh zu starten, da es sonst voll werden kann.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die 5-Seen-Wanderung auf dem Pizol oder wie wäre es mit einem Ausflug ins Züricher Oberland.

Kennt auch ihr die Wanderung zu den Jöriseen oder wisst andere schöne Touren, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Wegen einem Felssturz im Winter ist die Route über die Winterlücke bis ende 2019 gespert…

    Antworten
    • Hallo Mauro

      Danke für deinen Hinweis wollten die Tour im Herbst nochmals machen dann werden wir die Route dementsprechend anpassen.
      Gruss
      D&D

      Antworten

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