Gletscherhöhle Zinal

Abenteuer Eishöhle im Zinalgletscher

Im heutigen Beitrag nehmen wir euch mit in eine Welt aus Eis und Schnee am Ende eines Seitentals des Val d’Anniviers liegt der Zinalgletscher hier entdeckte 1996 ein Bergführer durch Zufall eine Gletscherhöhle, die sich im Laufe der Zeit zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Fotografen entwickelt hat. Bereits im Herbst 2020 waren wir nach der Sonnenaufgangsfahrt in Crans Montana für eine Nacht in Grimentz im Val d’Anniviers. Leider hatten wir nur wenige Stunden Zeit das Tal zu erkunden, nach einigen Recherchen stiessen wir auf die berühmte Eishöhle im Zinalgletscher. Die Ortschaft Zinal, die dem Gletscher auch den Namen ist Ausgangspunkt für unseren Ausflug zum Gletscher. Wer sich unsere Wanderliste genau anschaut, wird zum heutigen Zeitpunkt (Febr. 2021) feststellen, dass die Französisch sprechende Schweiz nur spärlich vorhanden ist. Was zum einen daran liegt, dass uns die Sprache und die Region relativ fremd ist und dazu kommt noch das für Tagesausflüge die Anfahrtszeiten recht lang sind. Trotz dieser Hindernisse möchten wir nunmehr von diesem Teil der Schweiz sehen und präsentieren.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: Ende Februar 2021
  • Wo: Zinal im Val d’Anniviers
  • Übernachtung: Hotel Qi-Lin Ayer
  • Budget: 135 CHF für Hotel sowie Verpflegung
  • Highlights: Eisgrotte, Bergwelt
  • Schwierigkeit: mittel
  • Route: Zinal – Le Vichiesso – Gletschertal – Eisgrotte Zinalgletscher – Le Vichiesso – Zinal
  • Kilometer: 15 km Hin & Zurück
  • Höhendifferenz Auf/Ab: 470/470 Meter
  • Zeit Tour: 4-6 Stunden je nach Wegverhältnisse
  • Anmerkung: Wanderung führt durch nicht gesichertes Gelände

Streckeninfo / Karte / Höhenprofil

Anreise

Die Anreise nach Zinal ist im Grund denkbar einfach nur die Länge der Strecke kann je nach Ausgangspunkt recht lang sein, hier lohnt es sich eventuell bereits im Voraus anzureisen. Die Auswahl an Hotels und Ferienwohnungen ist im Val d’Anniviers sehr gross. Von der Abfahrt der A9 bei Siders benötigt man allein durch das Val d’Anniviers rund 40 Minuten was je nach Verkehr auch schnell einmal eine Stunde sein kann.

Übernachtung

Da ein früher Aufbruch zur Wanderung von Vorteil ist, sollte man am besten die Nacht zuvor bereits in der Region verbringen. Zum Zeitpunkt unserer Reise war Ferienzeit in der Schweiz, somit war die Auswahl an günstigen Unterkünften sehr überschaubar, unsere Wahl fiel auf das Hotel & Restaurant Qi-Lin in Ayer kurz vor Zinal. Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich um ein chinesisches Hotel beziehungsweise Restaurant, es mutet zwar komisch an, aber wir waren sehr positiv vom Qi-Lin überrascht, der Besitzer war unglaublich freundlich, obwohl es mit der Kommunikation zwischen uns haperte. Die Zimmer waren sauber und gepflegt dazu gab es noch eine herrliche Aussicht auf die Gipfel am Ende des Tals. Das Preis-Leistung-Verhältnis konnte sich wirklich sehen lassen. Unsere persönliche Meinung ist, dass wir das Qi-Lin Hotel nur empfehlen können.

Wichtig zu Wissen

Bei einer Tour zum Zinalgletscher sollte man sich bewusst machen, dass dies keine offizielle Wanderung ist, die Wege werden weder kontrolliert noch gespurt. Zum Zeitpunkt unserer Wanderung gab es den letzten Schnee zwei Wochen zuvor, somit war die Wegfindung sehr einfach da durch die vielen Wanderer und Tourengänger ein teils breiter Pfad gelegt war, wir benötigten nicht einmal, Schneeschuhe. Hat es hingegen Neuschnee gegeben und hat man keine oder nur wenig Erfahrung sollte man eine Tour mit einem Ortskundigen Bergführer buchen dieser sorgt für eine Sichere Ankunft und die passende Ausrüstung kann gleich dazugemietet werden. Die geführten Touren werden von Mitte Dezember bis ungefähr Mitte März angeboten. Mehr zu den Anbietern und Buchungsmöglichkeiten gibt es auf der Seite vom Val d’Anniviers.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Lawinengefahr im Val de Zinal, wie wir mehrmals sehen konnten, gingen dem Weg entlang mehrere Lawinen nieder eine davon sogar direkt auf dem Pfad dieser Abschnitt war auch, der schwierigste da der Weg sehr schmal war. Hier sollte man sich die Lawinensituation genau anschauen und gegebenenfalls die Tour verschieben. Mehr Informationen zum Lawinengefahr gibt es im Lawinen Bulletin.

Schneeschuh oder Winterwanderung

Im Normalfall benötigt man für die Wanderung zur Gletscherhöhle am Zinalgletscher Schneeschuh da der Weg nicht präpariert wird. Gab es allerdings längere Zeit keine Schneefälle, ist die Wegfindung relativ einfach da durch die Zahlreichen Wanderer der Weg sehr gut sichtbar ist im Gelände. Es kann aber durch Temperaturschwankungen zu starker Eisbildung kommen und besonders am Morgen können als Alternative zu Schneeschuhen Spikes zum Einsatz kommen, diese bieten guten Halt auf dem gefrorenen Boden.

Ausgangspunkt Zinal

Am Ende der Ortschaft Zinal liegt ein grosser Wanderparkplatz der aber an Wochenenden schnell voll sein kann, als alternative gibt es weitere Parkmöglichkeiten in Richtung Zinal. Hier starten wir unsere Tour zum Gletscher. Wir sind bereits um 7 Uhr vor Ort und beginnen mit unserem Marsch auf der linken Seite des Flusses Navisence. Hier verläuft auch der Winterrundwanderweg, dem wir bis zur Holzbrücke am Punkt 1731 folgen, selbstverständlich kann man auch den Weg auf der anderen Seite des Fluss nehmen.

Wie sich später noch zeigen wird, ist ein früher Start von grossem Vorteil besonders an Wochenenden denn dann kann es auch schon mal hoch her gehen an der Gletscherhöhle. Hinter der Brücke am Ponte de Gietti (1731 Metern) geht es nun Bergauf, ein Hinweisschild warnt vor Alpinen Gefahren.

Der Pfad geht in leichten Kurven den Hang empor an dieser Stelle gab es einige Zeit zuvor einen Lawinenabgang, den wir nun passieren müssen, der Weg ist an dieser Stelle schmal und abschüssig. Dies ist die schwierigste Stelle auf der gesamten Tour. Hat man die Passage geschafft, geht es auf dem Ursprünglichen Weg weiter hier sollte man kurz innehalten und zurück ins Tal in Richtung Zinal schauen am Ende leuchtet schwach im ersten Sonnenlicht die Gipfel des Schneehorn und des Wildstrubel.

Le Vichiesso

Nach diesem letzten Ausblick ins Val d’Anniviers erreichen wir Le Vichiesso (1856 Meter) hier befindet sich ein kleines Freilichtmuseum, das eine Alphütte mit Käsekeller, einen Schweinestall und eine Grotte mit Arbeitsmaterial zeigt. An der Alphütte kann man auch hervorragend eine erste Pause einlegen.

Hinter der Bergkuppe geht es anfangs wieder Bergab immer dem Fluss Navisence folgend bis zur Weggabelung wo es über eine Holzbrücke in Richtung Roc de la Vache und zur Hütte Grand Mountet geht oder weiter dem Weg entlang zum Zinalgletscher und der Hütte Petit Mountet.

Der gut sichtbare Pfad verläuft durch ein Waldgebiet. Auf einer Anhöhe zweigt der Weg nochmals ab hier geht es entweder weiter hoch zur Cabane du Petit Mountet Hütte oder hinab ins Gletscherbett. Von diesem Punkt aus kann man bereits die Gletscherhöhle im Schnee erkennen.

Durch das ehemalige Gletscherbett

Immer dem Fluss folgend wandern wir durch das Gletschervorfeld rechts und links erheben sie die Seitenmoränen, die der Zinalgletscher hinterlassen hat, daran kann man erkennen wie mächtig einst der Gletscher war. Heute sind die Moränen nur noch Zeugen einer längst vergangenen Zeit.

Je weiter wir vorankommen je beeindruckender wird der Blick, der sich vor uns auf tut. Der Grand Cornier (4357 Meter) und der Pointe de Zinal (3790 Meter) zeigen sich im ersten Sonnenlicht und wissen mit ihrer Schönheit zu begeistern. In Östlicher Richtung wird auch das berühmt Weisshorn (4505 Meter) von der Sonne umspielt.

Die Wegfindung wird nun etwas schwieriger da es überall Fuss, Ski und Schneeschuhspuren gibt. Wir halten uns so weit als möglich weg von dem offenen Flusslauf. Die erste Zeit geht es hauptsächlich auf der rechten Seite des Tals hinauf zum Gletscher. Auf halben Weg queren wir zwei Flussläufe danach verschwindet der Navisence komplett unter dem Schnee trotzdem sind wir vorsichtig unterwegs und bedenken jeden Schritt, den wir tun.

Zinalgletscher

Der Weg geht nun auf und ab dann nach rund zwei Stunden taucht vor uns in leuchtenden Blau die Gletscherhöhle auf. Wir sind überrascht, den eigentlichen Gletscher erkennt man unter all dem Schnee überhaupt nicht vor uns liegt einfach eine Wand aus Schnee, nur die Höhle gibt uns Aufschluss das sich darunter der Gletscher befindet.

Eishöhle Zinalgletscher

Eishöhle

Die Gletscherhöhle wirkt, wie ein Schlund der sich geöffnet hat. Ständig verändert sich das Gesicht der Höhle mal ist sie grösser mal kleiner. Wir müssen einige Meter am Rande hinab laufen, alles ist noch durch die Nächtliche Kälte gefroren. Bis auf uns sind zur frühen Stunde nur zwei weitere Wanderer mit uns hier. Hier zeigt es sich das der frühe Aufbruch gelohnt hat.

Im Zentrum der Höhle liegen riesige Eisblöcke die hinabgestürzt sind. Um in den hinteren Teil der Höhle zu gelangen, müssen wir zuerst einen kleinen Schmelzwasserbach überqueren, der sich gebildet hat.

Vorsichtig tasten wir uns vor und steigen über die Eisblöcke. Im Vergleich zu Bildern aus dem Internet ist die Höhle scheinbar in diesem Jahr eher klein nach wenigen Metern müssen wir schon in die Hocke gehen. Der Blick zurück zum Eingang ist beeindruckend schön.

Ein diffuses Licht strahlt von den Blauleuchtenden Wänden. Überall hat es Furchen und Risse im Eis lassen sich unzählige Luftbläschen entdecken und immer wieder entdeckt man Steine, die im Gletscher eingeschlossen sind.

Es ist schon ein mulmiges Gefühl zu wissen, das über einem viele Tonnen von Eis liegen und jederzeit hinabstürzen können. Auch wenn man es kaum glauben mag der Gletscher ist weiterhin in Bewegung.

Nach gut einer Stunde verlassen wir vorerst diese faszinierende Gletscherwelt. Die Sonne ist nun weit genug aufgegangen und hat das Tal in wärmendes Licht getaucht. Draussen kommen nun nach und nach weitere Leute an mal einzeln mal in Gruppen. Wir laufen der Gletscherfront entlang und suchen uns in der Sonne ein gemütliches Plätzchen. Hier lassen wir unsere Drohne steigen und bestaunen den Blick aus einer anderen Perspektive.

Nebenher geniessen wir unser Picknick ein Strom aus Besuchern entsteht auf dem Weg zur Höhle. Wir beschliessen nochmals in die Grotte hinabzusteigen und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Es ist voll geworden im Eisgewölbe überall klettern und Laufen die Besucher herum.

Instagram Spot

An jeder Ecke wird fotografiert und versucht auf den Eisblöcken zu posen die Gletscherhöhle hat sich zu einem beliebten Instagramspot entwickelt, wie wir im Nachhinein sehen konnten. Einige Besucher haben wir im bei Instagram wieder entdeckt.

Nach dieser zweiten Erkundungstour verlassen wir nun endgültig die Eisgrotte und machen uns auf den Rückweg. Vor der Höhle haben es sich bereits unzählige Menschen zusammengefunden und geniessen diese Welt aus Eis und Schnee.

Berg und Gletscherkulisse

Schweren Herzen lassen wir die Berg und Gletscherkulisse hinter uns liegen. Bei angenehmen Temperaturen laufen wir auf demselben Weg wie am Morgen in Richtung Zinal. Unablässig kommen uns weitere Leute entgegen entweder zu Fuss auf Schneeschuhen oder auf Tourenski.

Schnell verlieren wir den Eingang zur Höhle aus den Augen immer wieder bleiben wir stehen und Blicken zurück, um das Bergpanorama zu geniessen. Am Ende des Gletschertals lassen wir nochmals unsere Drohne steigen, die Eindrücke aus der Höhe haben ihren ganz eigenen Charme und Reiz.

Rückweg

Nach diesem Zwischenstopp geht es nun endgültig auf den Rückmarsch. Wir kommen gut voran an einigen Stellen ist der Schnee durch die Sonne rutschig geworden.  Wieder passieren wir die Alphütte Le Vichiesso hier haben es sich einige Leute gemütlich gemacht und geniessen die wärmenden Sonnenstrahlen.

Vorsichtig passieren wir nochmals den schmalen Weg über den Lawinenabgang danach geht es entspannt über den den Winterwanderweg in Richtung Zinal.

Zurück in Zinal

Auf dem westlichen Wanderweg laufen wir zurück nach Zinal immer wieder werfen wir einen Blick zurück der Besso mit seiner markanten Bergspitze grüsst uns vom Horizont. Nach rund 7 Stunden erreichen wir am Nachmittag wieder Zinal. Der Parkplatz ist nun bis zum letzten Platz gefüllt. Von hier brechen wir auf zu unserem nächsten Ziel die Weinregion Lavaux am Genfersee.

HALT nicht so schnell!!!

Noch mehr Ausflugsideen und Wanderungen im Kanton Wallis…

Mehr Informationen auf Websites & Blogs:

  • Val d’Anniviers – Tourismusverband des Val d’Anniviers mit Buchungsmöglichkeiten für Hotels und Aktivitäten

Fazit:

Die Winterwanderung zur Gletscherhöhle war eine faszinierendes Erlebnis das man nicht so schnell vergiesst. Die Eishöhle ist ein spektakulärer Anblick, wenn man das Eis berührt und sich bewusst macht, dass dieses Eis tausende von Jahre alt ist. Wer zum Gletscher möchte, sollte die Wanderung gut planen da der Weg durch nicht gesichertes Gelände führt. Gerade bei Neuschnee ist die Wegfindung nicht einfach hier sollte man auf die Dienste eines Bergführers zurückgreifen. Wir hatten das Glück, das die letzten Schneefälle längere Zeit zurücklagen und dadurch der Weg sehr gut zu sehen war. Trotz der Länge und der Höhenmeter war die Tour recht angenehm und stellt keine Probleme dar. Ein früher Aufbruch ist fast schon Pflicht, möchte man anfangs allein dort sein.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die Winterwanderung auf dem Hockenhorngrat im Lötschental oder die Panoramawanderung in Braunwald.

Kennt auch ihr Zinal und den Zinalgletscher oder wisst andere schöne Orte oder Städte, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

Wollt ihr mehr Bilder unserer Reisen und Wanderungen sehen dann folgt uns auf Instagram, Pinterest oder Facebook….

Pinterest Pin:

Pinterest Zinalgletscher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü