Wasserfall Arena Batöni

Wanderung zur Wasserfall Arena Batöni im Weisstannental

Weisstannen und das Weisstannental ist womöglich nicht jedermann bekannt und auch wir kannten diesen wunderschönen Ort zuvor nicht. Wie so oft im Leben war, uns der Zufall behilflich ursprünglich wollten wir ins benachbarte Calfeisertal wandern gehen, bei den Recherchen stiessen wir auf die Wasserfall-Arena Batöni und das Weisstannental, so entschieden wir uns anders. Und wie sich zeigen sollte, war unsere Entscheidung nicht falsch. Die Wanderung im Calfeisertal haben wir auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: Juni 2020
  • Wo: Weisstannen im Weisstannental Kanton St. Gallen
  • Übernachtung: keine
  • Budget: kein
  • Highlights: Wasserfall Arena, Steinböcke, Landschaft
  • Schwierigkeit: leicht
  • Route: Weisstannen – Unterlavtina – Wasserfall Arena – Unterlavtina – Weisstannen
  • Kilometer: 12 km
  • Höhendifferenz: ab 500 Metern je nach Weg Strecke auch mehr
  • Zeit Tour: 3–4 Stunden

Streckeninfo / Karte / Höhenprofil

Weisstannental

Das Weisstannental südwestlich von Sargans im Kanton St. Gallen wird bereits seit dem 14. Jahrhundert von Walser aus Davos und dem Rheintal besiedelt die im engen Tal Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Einer Sage nach stammt der Name Weisstannental daher das Anfangs etwa 14 Familien das Tal bewohnten und einen Ort suchten für ihr Bethaus. Es sollte ein Zentraler aber doch sicherer Ort sein, einige alte und erfahrene Männer wählten einen Felskopf als Bauplatz der Zentral und doch sicher war. Es standen drei mächtige Weisstannen auf dem Felskopf. Sie nannten den Platz „Gotthus-Chopf“ und das Dörfchen und Tal das sich darum bildete Weisstannen und Weisstannental. Heute leben rund 250 Einwohner im Tal. Weisstannen ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen in der Region und auch das Dorf selber ist sehr schön anzusehen besonders die alte Post, die ein Museum beherbergt und die Dorfsäge sind interessante Orte, an der die Geschichte des Tales erlebt werden kann. Das Weisstannental gehört zum Heidiland sowie zum UNESCO Welterbe Tektonikarena Sardona. Weisstannen ist Teil des Fernwanderweg Via Alpina der von Monaco bis nach Triest führt.

Blick Lavtinatal
Informationstafel Weisstannental
Dorfbrunnen Weistannen

Anreise ins Tal und nach Weisstannen

Um zum Ausgangspunkt unserer Wanderung nach Weisstannen zu kommen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an da wäre zum einen das Auto, von der A3 kommend verlässt man die Autobahn bei der Abfahrt Sargans. Die Strasse nach Weisstannen beginnt in Mels und schlängelt sich teils über enge Strassen die Hochebene empor. Parkmöglichkeiten in Weisstannen hat es bei der Kirche, am Waldeggliweg und am Gufelbach entlang in Richtung Lavtinatal. Vorbildlicher ist die Anreise mit dem Bus 432, der unter der Woche stündlich von Mels und an Sonn- und Feiertagen auch ab Sargans Bahnhof ins Weisstannental fährt.

Wanderung zur Batöni Wasserfall Arena

Wir starten unsere Wanderung von der kleinen Kirche in Weisstannen und laufen durch das Oberdorf dem Gufelbach entlang. Wir sind früh gestartet und der Ort wirkt noch wie ausgestorben. Auf den Wanderparkplätzen verteilt stehen bereits eine gutes dutzend Autos und zeigen, dass wir nicht allein unterwegs sein werden. Anfangs noch auf der Strasse geht es gemächlich dem Bachbett entlang, das gezeichnet ist durch Geröll und den reizenden Fluten der die der Bach haben kann. Weisstannen und grosse Teile des Tales liegen noch im Schatten südwestlich zeigt sich der Foostock und der Rotrüfner im frühen Sonnenlicht. Der Blick in Richtung Unterlavtinatal präsentiert uns Zinerspitz und Egghorn die oberhalb der Batöni Wasserfälle liegen und bereits vom Sonnenschein in Szene gesetzt werden. Unterhalb der beiden Gipfel liegt heute unser Tagesziel.

Kirche Weisstannen
Kraftorte Weisstannen
Blick ins Lavtinatal
Weistannental

UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona

Das UNESCO Welterbe Tektonikarena Sardona ist die Bezeichnung für die Glarner Hauptüberschiebung sie zeigt auf gut, Sichtbare weise den Gebirgsbildungsprozesse durch Plattentektonik. An vielen Orten in der Tektonikarena Sardona kann man die Gesteinsabfolgen sehen, die oberste Schicht aus Verrucanogestein hat ein Alter von 260–300 Millionen Jahren darunter liegt jüngere Gesteinsschichten aus Flyschgestein das nur 35–50 Millionen Jahre alt ist. Zwischen diesen beiden Schichten befindet sich ein dünnes Band aus kalkähnlichem Gestein (Lochsitenkalk) der in grosser Tiefe unter grossem Druck entstand und als eine Art Schmiermittel zwischen den zwei Schichten diente. Das Welterbe Gebiet umfasst ein Fläche von 330 km² und erstreckt sich über mehrheitlich hochalpine Landschaften. Die drei Kanton Glarus, St. Gallen und Graubünden sind Teil der Tektonikarena sie erstreckt sich vom Walensee im Norden weiter über das Linthtal und Sernftal im Westen nach Flims und Laax im Süden bis Pfäfers, Bad Ragaz und Mels im Osten. Im Zentrum des UNESCO Welterbe liegt der Talkessel Batöni der Teil des Sardona-Welterbe-Wegs Nr. 73 ist. Weitere sehr schöne Wanderungen im Welterbe Sardona sind die berühmte 5-Seen Wanderung am Pizol oder die Wanderung vom Flims zum Caumasee und weiter zur Rheinschlucht.

Logo UNESCO Sardona
UNESCO Welterbe Sardona
UNESCO Welterbe Sardona
UNESCO Welterbe Sardona

Steiler Aufstieg

Hinter dem letzten Parkplatz endet die Strasse und der Wanderweg geht durch einen Wald steil Aufwärts dabei queren wir den Gufelbach und erreichen eine Weidefläche, wo zwei riesige Felsbrocken den ersten Kraftort markieren. Bei den Doppelsteinen sollen angeblich ausserordentlich starke Energien fliessen. Wir nutzen die Steine, um kurz durchzuatmen.

Wegweiser Hängebrücke
Wanderweg Kraftort
Kraftort Steine

Jetzt beginnt das schlimmste Stück des Weges, die Passage ist nicht zwar nicht sonderlich lang aber sehr steil dabei queren wir einen Bach und nach einer langen Kurve flacht das Gelände merklich ab nun haben wir das schlimmste Stück hinter uns gelassen und dabei rund 250 Höhenmeter überwunden.

Steilerweg
Wanderweg

Wir haben das Unterlavtina (1310 Metern) erreicht an den zwei Sässli Hütten kann man eine Pause einlegen, die Sonnenstrahlen geniessen und Luft holen nach der Anstrengung. Hier gibt es auch die Möglichkeit zum Rappenloch sowie zum Gipfel Horn und weiter zur Alp Valtnov zu wandern. Dort wurde übrigens 1911 auch die ersten Steinböcke in der Schweiz ausgewildert. Über uns liegt der Marchstein seine Hänge leuchten im Sonnenlicht schwarz wie Lava. Überall am Wegesrand entlang sieht man die Spuren von Lawinenabgängen und Steinschlägen und zeigen uns die Raue Seite des Tales.

Sässli Kreuz
Sässli Hütte
Sässli Hütte
Steinschlag

Oberhalb des Gufelbach entlang geht es weiter durch das Unterlavtinatal nach einer weiteren Kurve erblicken wir zum ersten Mal die Batöni Wasserfall Arena, anfangs sieht man nur einen Wasserfall und wir meinen bereits die anderen zwei wären durch den wenigen Schnee versiegt. Wie wir später feststellen, haben wir uns getäuscht und die beiden anderen Wasserfälle erblickt man erst am Schluss.

Wanderweg
Blumen Batöni
Batöni Wasserfall Arena

Es folgen weitere Kehren und das letzte kleine Waldstück lassen wir hinter uns bevor endlich der erste Wasserfall von Batöni zu sehen ist am Horizont. Der Weg ist teils von Geröll belegt, wird nun aber flacher und breiter. Das Flussbett des Gufelbach begleitet uns nun wieder und wir passieren die Wasserfassung Gufelbach, die hier das Wasser der Wasserfallarena durch Druckstollen zum Gigerwaldstausee leitet.

Batöni Wasserfall Arena
Batöni Wasserfall Arena

Batöni Wasserfall Arena

Auf den letzten Metern vor unserem Ziel rücken die Steilwände am Heuschopf nochmals eng zusammen. Eine Anhöhe und Kurve später haben wir das Ende des Talkessels erreicht die Wasserfall-Arena Batöni liegt vor uns. Ein Naturspektakel das man nur von Bildern aus Island oder Neuseeland kennt. Es ist atemberaubend schön inmitten des Kessels zu stehen. Das Zentrum bildet ein riesiger Felsblock, dieser dient der Informationstafel sowie den Wegweisern als Halterung und auch viele Besucher nutzen ihn aus Aussichtspunkt.

Wasserfall Arena Batöni
Felsblock Batöni
Wegweiser Batöni

Vor uns liegen die drei Wasserfälle eingebettet im Talkessel und stürzen die senkrechten Felswände hinab, angefangen links von uns mit dem Piltschinabachfall (81 Meter Fallhöhe), dem Sässbachfall (86 Meter Fallhöhe) und dem Muttenbachfall (45 Meter Fallhöhe) aus dem Guetental kommt noch der Guetentalbach hinzu und aus der Region des Pizols speist noch der Lavtinabach sein Wasser hinzu.

Piltschinabachfall
Sässbachfall
Muttenbachfall

Neue Hängebrücke

Das gesamte Ufer des Gufelbachs ist ein riesiger Picknickplatz man kann seinen Füsse ins Kühle nass strecken und einfach die Aussicht geniessen. Den Bach kann man seit einigen Jahren bequem über eine 51 Meter lange Hängebrücke überqueren. Sie wurde im Herbst 2017 gebaut und am 2.6.2018 feierlich eingeweiht zuvor wurden nur provisorische Brücken errichtet die entweder immer wieder auf- und abgebaut oder durch Lawinen zerstört wurden. Die Hängebrücke ist Teil des Sardonaweg und führt hoch zum Heidelpass und weiter ins Calfeisertal.

Hängebrücke Batöni
Hängebrücke Batöni

Das Fotografieren der Batöni Wasserfälle ist gar nicht so einfach der Talkessel zeigt nach Norden durch den Sonnenstand hat man entweder Gegenlicht, viel Schatten oder beides zusammen. Um alle Wasserfälle auf ein Bild zu bekommen und nicht direkt in die Sonne fotografieren zu müssen, braucht man eine geeignete Position, diese findet man Wahlweise an den Hänge seitlich der Arena entweder am Weg Richtung Pizol oder in Richtung Heidelpass, wobei ersteres die beste Aussicht auf alle Wasserfälle bietet.

Oberlavtinatal
Wasserfall Arena Batöni
Panorama Batöni

Aussichtspunkt

Der Weg hoch zu den Lavtinahörnern ist steil und schmal aber die zusätzlich Mühe lohnt sich da man nur so die gesamte Wasserfallarena Batöni fotografieren kann. Man sollte mindestens 150–200 Meter aufsteigen an zwei lang gezogenen Kurven, wo auch ein grosser Felsblock als Aussichtspunkt dient, hat man eine sehr schöne Position erreicht.

Glaskugel Batöni
Glaskugel Batöni

Wir bleiben lange Zeit oberhalb des Talkessels sitzen nehmen unser Picknick ein und geniessen einfach die fantastische Aussicht. Nur sehr wenige Wanderer steigen auf oder kommen herunter.

Panoramabild Batöni

Anfangs waren wir nur eine Handvoll Wanderer um die Mittagszeit treffen mehr und mehr Menschen an den Wasserfällen ein. Die meisten bleiben im Tal und machen es sich am Ufer des Gufelbach gemütlich nur die wenigsten steigt auf in Richtung Heidelpass oder in Richtung Pizol. Es sind auch viele Familie mit Kindern dabei die trotz der Anstrengung auf dem Hinweg sichtlich ihren Spass haben.

Wanderer Batöni
Glaskugel Batöni

Orte des Staunens

Heidiland Tourismus hat mit der Forschungsstelle Kraftorte Schweiz verschiedene Ort dokumentiert an denen verstärkt Energien fliessen sollen. Wie bereits zuvor am Anfang unserer Wanderung die beiden riesigen Felsblöcke zählt, auch die Wasserfall Arena zu diesen Kraftorten. Am Zusammenfluss der fünf Zuläufe sollen starke Energien fliessen und dies soll sich positiv auf den Menschen auswirken. Wir haben davon allerdings nichts gespürt wobei das auch nicht nötig ist der Anblick der Landschaft ist für uns bereits Belohnung genug.

Zurück nach Weisstannen

Wir gehen wieder den Weg zurück ins Tal vorbei an mittlerweile unzähligen Menschen, die sich wie wir von diesem einmaligen Anblick verzaubern lassen. Auf dem Rückweg liegt das Lavtinatal nun im Sonnenschein. Die Wände am Wegesrand und auf dem Boden liegt überall Lavtina Schiefer herum.

Lavtina Schiefer
Rückweg Batöni
Gufelbach Batöni

Steinböcke

Auf der Höhe Heuschopf Grüenplangg hat es auf der Westlichen Seite in der Steilwand eine Art Höhle, wo scheinbar eine Steinbock Familie ihren Unterschlupf hat. Zahlreiche Leute mit Feldstechern beobachten das Geschehen und sind so hilfsbereit auch anderen Wanderern daran teilhaben zu lassen.

Steinböcke Batöni
Hütte am Wanderweg
Blick Batöni

Auf dem Weg zurück sind wir nie allein unterwegs ob Familien, Paare oder Einzelwanderer viele kommen und gehen. Wir beschliessen bei den Sässli Hütten eine Pause einzulegen und unsere letzten Picknickreste zu verzerren. Danach brauchen wir noch rund 30 Minuten bis zurück nach Weisstannen. Wir laufen noch etwas durch das kleine Dorf und bestaunen die schönen Häuser bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Weisstannen Ort
Alte Post Weisstannen
Weisstannen Ort
Weisstannen Ort
Haus in Weisstannen

Die Wanderung zu den Wasserfällen Batöni sollte man nur bei guter Witterung machen da die Wege zwar nicht schwierig sind aber bei Nässe doch die Gefahr von Unfällen besteht dies trifft, besonders auf den Weg hoch zum Lavtinasattel zu da dieser teils sehr Steil und schmal ist.

Ausblick auf das Sarganserland

Auf dem Weg zurück zur Autobahn sollte man an der Weisstannenstrasse oberhalb von Mels einen kurzen Stop einlegen denn von hier hat man einen fantastischen Ausblick auf Sargans und das Rheintal.

Aussichtspunkt Sargans

Mehr Informationen:

Hotel Alpenhof – Sehr stilvolles Hotel das mit unheimlich viel Charme und liebe geführt wird. Bietet einfach Zimmer die nach verschiedenen Zeitepochen gewählt werden können.

UNESCO Welterbe Sardona – Seite des UNESCO Welterbe Sardona mit vielfältigen Informationen zur Tektonikarena.

Alte Post Weisstannen – Alte Postgebäude das heute ein Museum und Restaurant ist sehr sehenswert.

Heidiland Tourismus – Website des Tourismusverbandes Heidiland hier finden sich Ausflugstipps, Wandervorschläge und vieles mehr

Fazit:

Die Wanderung zur Wasserfall Arena Batöni verbindet traumhaft schöne Landschaften, Natur mit einer Lehrstunde in Plattentektonik und der Entstehung der Alpen. Vom kleinen Dorf Weisstannen aus ist die Tour die ersten 30 bis 45 Minuten etwas Kräfte zährend danach aber unproblematisch. Belohnt wird man von einer einmaligen Kulisse, die man wohl so in der Schweiz nicht mehr findet.

Weitere schöne und beeindruckende Ausflüge findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die Rundwanderung in Flims oder den Stadtrundgang in Laufenburg.

Kennt auch ihr das Weisstannental oder wisst andere schöne Orte oder Städte, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

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