Griesslisee am Klausenpass

Wanderung zum Gletschersee am Klausenpass

Bis zum August 2017 war uns die Region um den Klausenpass und Urnerboden völlig fremd. Auf der Suche nach neuen Fotomotiven waren wir spontan zum Klausenpass gefahren, der den Kanton Glarus mit dem Kanton Uri verbindet. Ohne Ziel vor Augen schauten wir uns nur die Gegend rechts und links der Strasse an so z.b. das Hotel Klausenpasshöhe, die Passhöhe oder den Bergli Stuber Wasserfall. Nur diese wenigen Eindrücke begeisterten uns mehr zu entdecken. Dabei half uns Google bzw. Google Maps weitere Informationen zu finden. Dabei stiessen wir auf Bilder von Remo Peer uns sein Touren in der Region. Uns beeindruckten besonders die Aufnahmen des Griesslisee die Er gemacht hatte. Somit stand fest, das wir zum Klausenpass zurückkehren mussten, um den Griesslisee mit eigenen Augen zu sehen. Einige Wochen später starteten wir zu unserer erste Tour zum Pass und zum Griesslisee. Und viele weitere sollten folgen.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: ein Tag im August 2017/Juli 2018
  • Wo: Griesslisee beim Klausenpass Kanton Uri
  • Wie: Auto, zu Fuss
  • Übernachtung: keine
  • Highlights: Gletschersee & Aussicht auf Urnerboden
  • Schwierigkeit: leicht
  • Route: Klausenpass Höhe – Griesslisee – Klausenpass Höhe
  • Kilometer: ca. 5,5 km Hin und zurück
  • Höhendifferenz: 250 Meter
  • Zeit: 2 Stunden reine Laufzeit Hin und Rückweg

Klausenpass:

Unser erstes Ziel war die Klausenpasshöhe wo wir nach gut 1 1/2 Stunden fahrt, ankamen, übrigens durchquert man auf dem Weg zum Klausenpass die höchste Alp der Schweiz, und zwar den Urnerboden. Dieses Hochtal ist ebenfalls einen Besuch wert, vom Frühjahr bis Herbst verwandelt sich das Tal in eine riesige Weide, rechts und links der Strasse hat es überall Kühe.

Urnerboden

Bei den Bauern kann man frische Produkte erwerben wie Käse, Eier, Milch und Brot. Auf dem Urnerboden gibt es die kleine Seilbahn hoch zum Fisetenpass, der Startpunkt vieler schöner Wanderungen ist. Hier zu empfehlen ist die leichte Gratwanderung vom Fisetenpass zum Chamerstock, die wir/ich im Sommer 2018 gemacht habe mehr dazu im Beitrag Wanderung vom Fisetengrat – Chamerstock.

Klausenpass mit Blick auf Urnerboden
Urnerboden Klausenpass

Griesslisee Highlight am Klausenpass:

Das Auto parkierten wir am Chlausenchappli auf der Passhöhe des Klausenpass und machten uns von dort auf zum Gletschersee. Für die Wanderung zum See braucht man ca. 45 Minuten je, nachdem wie sehr man sich von dem Anblick der Berge und Umgebung fesseln lässt. Die Steigung ist sehr moderat und bis zum See selber kommt man gut voran. Aufpassen muss man nach Regenfällen da dann der Boden sehr rutschig sein kann. Auch verlaufen kann man sich nicht da man nur dem Weg folgen muss und am einzigen Wegweiser ist klar erkennbar, wohin es geht.

Wegweiser Gletschersee Klausenpass
Schuttfeld Griesslisee

Auf halbem Weg liegt ein grosser Findling, der als Gedenkstein dient für Tourengänger oder auch Bauern, die am Clariden verunglückt sind im Laufe der Jahrzehnte.

Gedenkstein Klausenpass
Wanderweg zum Gletschersee Klausenpass
Blick auf den Griesslisee

Beim See selber ist es teils  mühsam da der Weg über Geröll und Schutt geht. Hier ist grosse Vorsicht angebracht, besonders am Anfang, wenn man über die Kuppe kommt versuchen immer wieder Leute runter zum See zu kommen. Das Problem ist aber, das man nur wenig sieht, was vor einem ist, da der Hang sehr steil ist, schnell rutscht man weg oder bricht ein, da hier der Gletscher unter einem liegt und es immer wieder Hohlräume hat, die man nur von unten sieht.

Gletschersee Klausenpass
Fätschbach am Gletschersee Klausenpass

Wer zum See runter will, sollte den offiziellen Weg Richtung Fisetenpass weiter laufen bis man hinter dem letzten Hügel angelangt ist hier verläuft ein kleiner Pfad zum See, der teils durch Steinmänner markiert ist. Aber auch hier ist Vorsicht angebracht. Den Fätschbach kann man je nach Jahreszeit und Wasserstand mal einfacher und mal nur mit Nassen Füssen überqueren.

Gletscherstreifen
Gletscherstreifen

Namenlose Gletscher:

Wer es bis zum See geschafft hat, sollte einen der vielen grossen Steine nutzen, um sich zu setzen und das Panorama zu geniessen. Den Gletscher selber erkennt man erst am See da die Eiszunge völlig mit Steinen und Schutt bedeckt ist. Der Gebirgsgletscher oder Firn der den See speist und am Leben erhält gehört nicht zum grössten Gletscher des Glarnerlands dem Claridengletscher, sondern ist Namenlos. Durch seine Lage in einer Nordwand ist er vor der Sonne grösstenteils geschützt und auch der viele Schutt und Geröll tun ihr Übriges.

Griesslisee und Claridengletscher
Griesslisee und Gletscher

Man sollte es sich nicht nehmen lassen einen Teil des Sees zu umrunden, denn dabei hat man eine unvergleichliche Sicht auf den Gletscher und seine sehr spezielle Struktur. Am Ende des Sees muss man wieder aufpassen, da unter dem Geröll das Eis selber liegt, man nicht weiss wie stabil die Sache ist. Auch lösen sich immer wieder kleine und grosse Steine aus den Bereichen oberhalb des Gletschers.

Griesslisee mit Claridengletscher
Steinmann am Gletschersee

Bei unseren Besuchen trafen wir immer wieder auf Camper, die am See ihr Zelt aufgeschlagen hatten und die Nacht hier verbrachten.

Grauertag am Griesslisee
Eisabruch Griesslisee

Griesslisee oder Claridensee:

Der Gletschersee am Klausenpass wird in Beiträgen und Artikeln mal als Claridensee beziehungsweise als Griesslisee bezeichnet. In Karten wie Google Maps, OpenStreetMap oder bei Komoot heisst es Griesslisee in anderen Karten hat der See überhaupt keinen Namen. Der Name Claridensee kann daher kommen das die Region zwischen Klausenpass Höhe und dem See, Claridenbödemli heisst. Dagegen würde allerdings sprechen, dass der Gletscher, der den See speist, nicht zum Claridengletscher gehört und somit der See auch nicht so heisst. Der Name Griesslisee könnte seine Ursprung haben das der Talkessel, in dem der See liegt als “Im Griessli” bezeichnet wird. In den Topografischen Karten der Schweiz hat der See selber keinen Namen.

Bergli-Stuber Wasserfall am Klausenpass:

Nach über drei Stunden am See machten wir uns dann am Nachmittag wieder auf Richtung Klausenpass auf. Aber bevor es wieder Richtung Uster ging, machten wir noch einen kurzen Stopp am Bergli-Stuber Wasserfall kurz vor Linthal an der Klausenstrasse. Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt liegt dieser herrliche Wasserfall. Ich war bereits bei meinem letzten Besuch am Wasserfall und kann nur empfehlen am Vormittag zu kommen, da dann das Licht den Wasserfall perfekt in Szene setzt, um Bilder zu machen. Wir hatten leider nicht so viel Glück und die Sonne war bereits weiter gezogen deshalb hier zwei Fotos von meinem ersten Besuch am Wasserfall.

Bergli Stuber Wasserfall Klausenpass Glarnerland
Bergli Stuber Wasserfall
Bergli Stuber Wasserfall Klausenpass Glarnerland
Bergli Stuber Wasserfall

Besuch 2018:

An einem Wochenende im Juli entschieden wir uns dem Griesslisee am Klausenpass wieder einen Besuch abzustatten. Wir wollten zum einen noch mehr Fotos machen unter besseren Bedingungen. Und zweitens waren wir neugierig, ob es während der Ferienzeit evtl. mehr Leute am See hat als bei unserem letzten Besuch am Ende der Saison.

Panoramaaufnahme des Griessliesees

Am Anfang unserer kleinen Wanderung mussten wir erst einmal dem Regen trotzen, der über dem Klausenpass hing. Dadurch war der Weg zum Griesslisee sehr rutschig und man musste aufpassen nicht Bekanntschaft mit dem Boden zu machen.

Am See selber hatte es diesmal zwei Gruppen von Campern die hier die Nacht verbrachten. Ansonsten war noch eine Familie dort und sonst niemand. Auch während der Stunden unseres Besuches kamen nur sporadisch Wanderer am Weg vorbei, die dann weiter Richtung Fisetenpass liefen. Unten am See waren wir die gesamte Zeit über allein unterwegs.

Griesslisee am Klausenpass Gletscher
Schutt auf dem Gletscher

Zum Fotografieren hatten wir dieses Mal auch etwas mehr Glück, da wir zeitig genug vor Ort waren um nicht Gegenlicht zu haben, leider hatten wir die erste Zeit noch mit Regen zu kämpfen, aber wie das Wetter in den Bergen so ist, innerhalb kurzer Zeit hatten wir wieder blauen Himmel und Sonnenschein.

Auch im Sommer 2018 ist der Griesslisee immer noch ein “Geheimtipp” am Klausenpass. An der Passhöhe gehen kaum Menschen den Weg Richtung See. Und es findet sich auf dem Wegweiser kein Hinweis zum Gletschersee.

Griesslisee am Klausenpass
Griesslisee am Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

Besuch 2019:

Wir haben Mitte Juli den Gletschersee am Klausenpass wieder einen Besuch abgestattet. Aufgrund der des vielen Schnees im letzten Winter war der Weg zum See lange nicht begehbar. Dazu kam das Mitte Juni die Nachricht durch die Medien (Beitrag in der Südostschweiz Online) ging, dass der Abfluss des Sees durch hohe Schneemassen verstopft war, somit konnten grosse Mengen an Tauwasser nicht abfliessen und der Seespiegel stieg Tag für Tag an. Erst am 17. Juni konnte sich das Schmelzwasser einen Weg durch den Schnee bahnen, der Fätschbach der den Griesslisee entwässert schwoll stark an und riesige Wassermengen stürzten die rund 200 Meter Hohe Felswand Chlus herab. Alle Personen in der Gefahrenzone wurden sicherheitshalber informiert und Wanderwege wurden gesperrt.

Griesslisee am Klausenpass

Einen Monat später ist von diesem Ereignis so gut wie nichts mehr zu sehen am See einzig das Flussbett des Fätschbach ist sichtlich ausgewaschen. Auch hat es auf dem Weg zum See noch einige Schneefelder, die man überqueren muss, was aber gefahrlos möglich ist.

Schaf auf dem Weg zum Gletschersee
Glaskugel Aufnahme am Griesslisee
Spuren im Gletscher
Spuren im Gletscher
Gletscherwand

Respektloser Umgang:

Leider muss man immer wieder entdecken, wie Respektlos mit der Natur umgegangen wird, nicht selten liegt unachtsam weggeworfener Müll von Wanderern am See. Oder Camper haben ihren Unrat einfach liegengelassen. Jeder der zu diesem fantastischen Ort kommt, möchte das Naturerlebnis geniessen und sollte es mit Respekt behandeln. Wer Müll macht, soll ihn auch wieder mitnehmen.

Fazit:

Ein wirklich lohnenswerter Ausflug der mit vielen schönen Highlights aufwarten kann. Das ganze fängt bereits bei der Anreise an zum Klausenpass an. Da wäre die Strasse mit all ihren Serpentinen und rechts und links das tolle Bergpanorama. Aber das eigentliche Highlight ist und bleibt der Gletschersee. Es ist ein fantastischer Anblick, wenn der See das erste Mal vor einem liegt. Die Wanderung ist selbst für ungeübte gut zu schaffen. Man sollte früh am morgen zur Tour starten, damit man perfektes Licht am See vorfindet. Der See lässt sich auch perfekt mit der Wanderung auf dem Claridenhöhenweg kombinieren, die unterhalb des Sees vorbeiführt. Eine bitte an alle Wanderer allen Müll wieder mitzunehmen!!!!

Sucht ihr noch weitere Wanderungen? Wie wäre es mit einer Tour zum Oberblegisee im Glarnerland oder zum Furggelenstock am Vierwaldstättersee. Wer mehr auf eine Stadttour steht, sollte sich die Stadt Laufenburg, anschauen die zu je einem Teil in der Schweiz wie auch in Deutschland liegt und nur durch den Rhein getrennt ist.

Habt auch ihr den Griesslisee besucht oder kennt andere schöne Ausflugsziele oder Wandertouren schreibt uns doch einen Kommentar dazu. Oder wollte ihr mehr Bilder unserer Reisen und Wanderungen sehen dann folgt uns auf Instagram oder auf Facebook

Weitere Impressionen:

Wanderweg Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass
Gletschersee Klausenpass

Pinterest Pin:

Griesslisee_Pinterest

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12 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Isabella Hauser
    12/07/2018 09:50

    Sehr schöne bilder danke

    Antworten
  • Sehr guter Kommentar und schöne Fotos.
    Kompliment!

    Antworten
  • Schillig Thomas
    06/10/2018 18:51

    Kleine Korrektur: Die Seilbahn auf den Fisetengrat startet auf dem Urnerboden und nicht in Spiringen. Der Urnerboden gehört zur Gemeinde Spiringen.

    Antworten
  • Sehr interessant und sehr eindrücklich!

    Antworten
    • Hallo Irina
      Der Gletschersee ist wirklich ein eindrückliches Ziel. Ich hoffe ihr habt dem See eventuell schon einen Besuch abgestattet.

      Antworten
  • Sehr schöne Bilder und ein wirklich detailierter Bericht. Ich freue mich schon auf meinen Ausflug dorthin.
    Sehr schade, dass einige so rücksichtslos mit der Natur umgehen.

    Antworten
    • Hallo Klaus
      Danke für dein Lob wir versuchen uns viel Mühe zu geben mit unseren Beiträgen und dein Zuspruch motiviert uns dabei. Hoffe, du hast bei deinem Ausflug so viel Spass wie wir.
      Gruss Dokmai & Daniel

      Antworten
  • Ewald Seiler
    27/07/2019 09:50

    Eine sehr schöne Gegend, vorallem für Fotografen… leider fehlt in den Bescheibungen etwas von den eindrucksvollen “goldenen” Steinen…?
    und der “Mühl” sollte eigentlich “Müll” heissen… aber ansonsten eine gute Beschreibung und tolle Fotos – Bravo…!

    Antworten
    • Besten Dank für dein Feedback werde die Fehler korrigieren. Das mit den Goldenen Steinen müsstest du mir näher erläutern!!
      Gruss Daniel und Dokmai

      Antworten

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