Wegweiser auf den Vilan

Wanderung auf den Vilan im Rätikon/Graubünden

2017 hatten wir das Wandern für uns entdeckt. Das Wetter im Voralpenraum war bereits auf Sommer umgestellt und so wollten wir raus und unsere neue Leidenschaft ausleben. Auf der Suche nach möglichen Zielen stiess ich auf die Älplibahn bei Malans nicht weit von Bad Ragaz entfernt nach kurzer Recherche stand unser erstes Wanderziel der Saison fest es sollte auf den Vilan gehen. Der 2376 Meter mächtig Gipfel, der am Eingang zum Prättigau thront, ist ein markanter Fixpunkt in der Landschaft.

Wann, Wo, Wie – kurz und knapp

  • Wann: Ende Mai 2017
  • Wo: Talstation der Älplibahn bei Malans 7 km von Bad Ragaz
  • Wie: Auto, Bergbahn, zu Fuss
  • Übernachtung: keine
  • Budget: 18 CHF für Berg- Talfahrt & 20 CHF für Essen im Berggasthof
  • Highlights: Blick aufs Prättigau und das Sarganserland
  • Schwierigkeit: Mittel / bei Schneefeldern sehr mühselig und anstrengend
  • Route: Bergstation Älplibahn – Chrüzböden – Ortasee – Sunntigsweid – Vilan – Sunntigsweid – Ortasee – Chrüzböden – Bergstation Älplibahn
  • Kilometer: 7 km Hin und zurück
  • Höhendifferenz: 520 Meter
  • Zeit: 4 Stunden reine Laufzeit

Älplibahn Malans:

Die Älplibahn habe ich durch eine Suche auf der Seite Seilbahnen.org gefunden. Danach war die Wanderung auf den Vilan schnell zusammengestellt. Die Älplibahn liegt etwas ausserhalb der kleinen Ortschaft Malans, einfach zu erreichen über die Autobahnausfahrt Landquart. Es wird empfohlen alle Bahnfahrten anzumelden. Aber auch wer spontan kommt, hat die Chance mit zufahren, wobei Reservationen Vorrang haben.

Älplibahn Vilan

Von der Talstation bis zur Bergstation braucht die Gondel rund 14 Minuten, während der Fahrt kann man bereits einen Eindruck gewinnen von der Umgebung und der Aussicht die einen erwartet, wenn man oben angekommen ist. Beide Stationen sind ungewöhnlich klein haben aber ihren ganz eigenen Charme. Bereits an der Bergstation, die gleichzeitig auch Restaurant muss man kurz innehalten und die faszinierende Aussicht geniessen. Vor einem liegen der Pizol mit seiner berühmten 5-Seen-Wanderung weiter im Alpenrheintal kann man die Stadt Chur sowie die Calandakette erkennen.

Aussicht vom Vilan

Einfacher Anfang:

Unsere Wanderung startet direkt neben dem Restaurant in nördlicher Richtung durch einen kleinen Wald den wir aber nach kurzer Zeit wieder verlassen. Hier teilt sich der Weg auf rechts hinauf, geht die Blau-Weisse Route und gerade aus die Rot-Weisse Route. Da unsere Wandererfahrung noch sehr begrenzt sind entscheiden wir uns weiter dem Weg zu folgen zum Chrüzboden.

Wegweiser Vilan

Wir sind fast allein unterwegs, nur eine Handvoll weiterer Personen ist mit uns hier oben unterwegs. Wobei nicht jeder den Vilan als Ziel hat. Schon nach einiger Zeit trennen sich die Wege der Wanderer.

Blick auf den Ruchenberg

Über gute Wege geht es am Ruchenberg vorbei bis zur nördlichen Flanke des Vilan. Ab hier geht es nun steiler Aufwärts, zu Anfang noch auf einfachen Wanderwegen bis wir plötzlich vor einem schier endlosen Schneefeld stehen.

Schneefelder:

Ab hier, gibt es keine Wege mehr, man kann nur noch den Fussspuren der anderen Wanderer folgen oder sich einen eigenen Weg suchen. Zu Beginn ist der Schnee nur wenige Zentimeter tief und stellt keine Probleme dar.

Schneefelder Vilan

Wir kommen immer noch gut vorwärts. Und auch die anderen Leute vor uns scheinen keine Schwierigkeiten zu haben. Nachdem wir eine kleine Kuppe überquert haben wird der Schnee aber immer tiefer. Wir versacken teils bis zu den Knien im Schnee jeder Schritt kostet unheimlich viel Kraft. So wie uns ergeht es auch den Wanderern vor uns man sieht wie auch sie gegen den Schnee kämpfen. Dokmai entscheidet sich wieder zurück zum Restaurant zu gehen, ihre Hose und Schuhe sind voll mit Schnee. Man merkt ihr an, wie erschöpft sie ist. Nach der Verabschiedung mache ich mich weiter auf den Weg zum Vilan.

Wanderschild auf dem Weg zum Vilan

Ich versuche in den Fussspuren der anderen zu laufen und komme damit recht gut voran. Für das Schneefeld alleine brauchte ich fast eine Stunde, bis ich es wieder auf festen Boden geschafft habe. Die letzten Meter geht es nochmals steil aufwärts. Immer wieder muss ich stoppen, um Kräfte zu sammeln.

Panoramabild Vilan

Vilan erreicht:

Doch dann habe ich es geschafft vor mir liegt der Gipfel des Vilan in 2376 MüM. Es gibt zwar kein Gipfelkreuz dafür aber eine gemütliche Bank.

Gipfelblick vom Vilan aufs Sarganserland

Gipfelblick vom Vilan

Das Panorama was einem geboten wird könnte nicht schöner sein. Die Berggipfel ringsherum sind wie mit Puderzucker bestreut und die Ebenen strahlen bereits in zartem grün.

Panorama vom Vilan Gipfel

Gipfel Schild auf dem Vilan

Am Angang bin ich nur mit wenigen Leute auf dem Gipfel aber es kommen streben dem Ziel immer mehr entgegen. Sie kommen nicht wie ich über die Schneefelder, sondern die meisten haben die Blau-Weisse Route genommen und erzählen mir das diese viel besser zum Laufen war wie mein Aufstieg. Ich lerne auch einen 75-jährigen Einheimischen kennen, der mir erzählt, das er mindestens einmal im Monat auf den Vilan geht aber ohne Bergbahn. Da kann, man sehen wandern hält fit.

Sitzbank auf dem Vilan

Vilangipfel

Mit Blick ins Sarganserland geniesse ich mein wohlverdientes Mittagessen. Immer wieder schweife ich mit dem Blick über die majestätischen Berge im Nordosten der höchste Berg im Rätikon der Schesaplana auf der gegenüber liegenden Seite der eher unscheinbare Pizalun mit seiner tollen Aussichtsplattform die wir auf einer nicht schwierigen Wanderung bereits für uns entdeckt haben.

Blick auf Pizalun und Pizol

Irgendwann heiss es dann Abschied nehmen von der herrlichen Aussicht und ich trete den Rückweg an. Ich entscheide mich trotz des Schnees den gleichen Weg zu nehmen wie auf dem Hinweg. Berg ab geht es auch teils besser, da ich die steilen Stücke rutschen kann und so nicht immer im Schnee versinke.

Vilan Ausblick

Nach rund 1 Stunde erreiche ich mit etwas nassen Füssen wieder die Bergstation und treffe wieder auf Dokmai im Restaurant wo ich ein wohlverdientes Bier bekommen und wir den Tag gemütlich ausklingen lassen. Bevor wir wieder dem Tal entgegen schweben mit der Bergbahn.

Fazit:

Unsere erste richtig Wanderung war trotz des Schnees und das ich nur allein auf dem Vilan war sehr schön. Dokmai konnte das gute Essen im Älplirestaurant geniessen und ich das Panorama auf dem Gipfel. Die Wanderung ist vermutlich ohne Schnee um einiges einfacher. Das letzte Teilstück hat es zwar in sich, aber für geübte Wanderer stellt dies kein Problem dar. Die Älplibahn mit ihren Freiwilligenhelfern ist eine gelungene und tolle Idee eine alte Bahn wieder zum Leben zu erwecken. Man merkt dem Personal ihr En­ga­ge­ment und ihre Leidenschaft an.

Weitere schöne und auch beeindruckende Ausflüge in der Region findet ihr unter der Rubrik Wanderung so zum Beispiel die 5-Seen-Wanderung auf dem Pizol oder die Tour zum Oberblegisee bei Braunwald. Wer sich für Winterwanderungen begeistern kann, sollte sich unsere Tour auf dem Chäserrugg im Toggenburg anschauen.

Kennt auch ihr den Vilan oder wisst andere schöne Touren, dann schreibt uns doch einen Kommentar dazu.

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